BR - Brodi Ashton - Ewiglich die Sehnsucht









Fest Gebunden
Erschienen am: 29. Dezember 2011
Verlag: Oetinger
ISBN: 978-3789130403
Seitenzahl: 384
Preis: 17,95€










Zitat:
„Du willst wissen, wie ich es geschafft habe, dir hundert Jahre lang vorzumachen, ich hätte alles vergessen? Weil ich sein Gesicht vor Augen hatte. Und ich dachte, wenn ich ihn noch einmal sehen könnte, wenn auch nur für einen Tag , dann wäre das die hundert Jahre wert. Einen einzigen Tag, mehr hatte ich nicht verdient, und jetzt habe ich schon so viele gehabt. Ich habe gewonnen. Ich habe gewonnen!“

Inhalt:
Jack ist Nikkis große Liebe. Eine Liebe, die sie durch die Finsternis der Unterwelt getragen hat. Endlich, nach hundert Jahren der Sehnsucht, kehrt Nikki zurück. Doch ihr bleibt nur ein halbes Jahr … Ihre Freunde und ihr Vater glauben, dass sie einfach abgehauen war, doch in Wirklichkeit hat der Rockmusiker Cole sie mit in die Unterwelt genommen. Cole ist ein Unsterblicher, der sich von den Gefühlen der Menschen ernährt Nur Nikkis Liebe zu Jack hat sie davor bewahrt zu sterben und ihr ermöglicht, auf die Erde zurückzukehren. Cole, mit dem sie ein seltsam enges Band verbindet, bedrängt sie, mit ihm gemeinsam in der Unterwelt zu herrschen. Doch Jack, der Nikki niemals wieder verlieren möchte, riskiert alles für sie …

Zum Buch:
Eine Liebesgeschichte, die es an Dramatik ohne weiteres mit Romeo und Julia aufnehmen kann.
Als ich dieses Buch zur Hand nahm, glaubte ich einen weiteren Erstband einer Triologie des Genres Dystopie in den Händen zu halten, doch ich wurde von Brodi Ashtons Roman wirklich überrascht, denn es geht um etwas vollkommen anderes und mit Dystopie hat das Ganze nun wirklich nichts zu tun. Viel mehr geht es um Mythologie und um die einzig wahre Liebe, die manch einer sein lebelang sucht und ein anderer bereits in einem geliebten Menschen gefunden hat.
Das Cover fand ich recht ansprechend gestaltet. Irgendwie scheint die Abbildung von Gesichtern auf den Büchern ja im Moment in Mode. Mehr angezogen hat mich allerdings der Titel und die Tatsache, dass das Buch auf so vielen anderen Blogs gelobt wurde und irgendwie in aller Munde war.
Die Protagonisten Becks/Nikki, Jack und Cole sind sehr tiefgreifend gestaltet und mit allerlei Gefühl versehen. Man kann sich in ihre Lage recht gut hineinversetzen und doch bleibt gerade bei Cole immer etwas geheimnisvolles erhalten. Dieses Geheimnisvolle erhält auch die Spannung, die für meinen Geschmack aber doch immer wieder mal über einige Seiten zu seicht war. Die Handlung kam da etwas ins Dümpeln. Sehr gut gelungen sind dafür die Wechsel zwischen Damals und Jetzt und die damit einhergehende, langsame Aufklärung der Situation, in die der Leser zu Beginn des Buches geschmissen wird.
Auch Humor ist an einigen, geeigneten Stellen zu finden, viel mehr geht es aber natürlich um die Liebe zwischen Nik und Jack, die Nik letztendlich ja auch durch die ganze Zeit hinweg begleitet und sie daran hindert zu verzweifeln.
Von vorne bis hinten wird die Geschichte schlüssig verfolgt und ein roter Faden ist durchaus zu erkennen. Dabei gibt es Höhen und eine ganze Menge mehr Tiefen, die mich wirklich gefesselt haben und bei denen ich richtig mit Nikki mitgelitten habe. Leider muss ich aber sagen, dass das Ende des ersten Bandes doch etwas zu vorhersehbar war und die Liebesgeschichte teilweise etwas von diesem märchenhaften Klischee besaß, das sich Teenager vorstellen, wenn sie das erste Mal verliebt sind.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Die Kapitel waren genau richtig und besaßen stets einen Ausgangspunkt, der einen dazu genötigt hat weiter zu lesen. Auch die gewählte Sprache war je nach Situation passend gewählt. Nicht zu hochgestochen, aber auch nicht zu alltäglich. Eben genau ein passendes Mittelmaß.

Fazit :
Eine wundervolle Geschichte darüber, was Liebe alles erreichen kann. Und wer kein Happy End mag, kann einfach am Ende des Buches aufhören, ich hingegen freue mich schon auf den zweiten Teil.


Aussehen: ♥♥♥♥ 
Charaktere: ♥♥♥
Spannung: ♥♥♥ 
Humor: ♥♥
Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ 
Originalität: ♥♥♥
Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥ 
Schreibstil: ♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥ 


BR - Rose Tremain - Adieu, Sir Merivel




 





Fest Gebunden
Erschienen am: 01. Januar 2013
Verlag: Insel Verlag
ISBN: 978-3458175636
Seitenzahl: 446
Preis: 19,95€







Ich danke dem Insel Verlag und Vorablesen.de für die Bereitstellung dieses Vorabexemplars.



Zitat:
"Wie glühend hätte ich mir gewünscht, dass er nicht so, hingestreckt auf einen Haufen dreckiger Wäsche, verblichen wäre, aber dagegen konnte ich nichts machen. Die Welt ist, wie sie ist, und er war einer, der sie gut kannte."

Inhalt:
Robert Merivel war ein einfacher Mann, Arzt von Beruf, der lange Zeit mit seinem Freund Pearce in einem Irrenhaus tätig war. Doch eine Begegnung mit dem erkrankten Hund des Königs verändert sein Leben. König Charles II. stellt den Mann als Arzt für seine geliebten Tiere an und so erlangt Merivel Besitz und Titel. Doch schnell lernt er, dass die Gunst des Königs nicht ewig andauert. Nach einem Vertrauensbruch wird ihm alles genommen, und er arbeitet erneut in dem Irrenhaus, wo er auch seine Frau kennenlernt.
Die Wogen glätten sich mit der Zeit und Merivel erhält seinen Besitz wieder, doch je älter er wird, um so mehr hat er das Gefühl in eine tiefe Melancholie zu versinken, weshalb er sich auf eine Reise an den französischen Hof begibt, wo die Bekanntschaft einer jungen Frau sein Leben erneut verändern soll.

Zum Buch:
Noch einmal bedanke ich mich für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars vom Insel Verlag und von Vorablesen.
Ab und an stöbere ich dort durch die neuen Bücher und dieses hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt. Als Geschichtsstudentin interessiere ich mich an sich für vieles historisches, doch ganz besonders die Epoche des Absolutismus in Frankreich hat es mir angetan, ebenso wie die Geschichte Englands im Allgemeinen. Also war die örtliche und zeitliche Anordnung dieses Romans für mich natürlich ein gefundenes Fressen. Um so mehr hat es mich gefreut, dass ich aus dem Lostopf gezogen wurde und dieses Buch vorab lesen durfte und euch nun vorstellen kann.
Das Cover des Buches finde ich recht raffiniert gestaltet. Es würde mich vielleicht im Buchhandel nicht direkt ansprechen, doch diese ablösende, teure Tapete passt wunderbar zu Merivels Leben, das sich immer mehr ablöst und verfällt.
Die Charaktere innerhalb der Handlung wurden von der Autorin mit sehr viel Liebe gestaltet und sehr tiefgründig geschrieben. Sie handeln nachvollziehbar und ihren Rollen entsprechend, was für mich in historischen Romanen immer besonders wichtig ist. Obwohl die Hauptfigur Merivel nicht vom Beginn seines Lebens, bis zum Ende, begleitet wird, streut Tremain immer wieder passend Informationen über das Leben ihres Protagonisten ein. Auch die beiden Könige hat sie meiner Meinung nach sehr gut porträtiert.
Die Geschichte baut natürlich nicht in dem Sinne Spannung auf, dass man gespannt ist was wohl auf der nächsten Seite passieren wird, doch trotzdem ist ein gewisser Spannungsverlauf da. Es ist eben nicht wie in einem Krimi, wo man wissen möchte wer der Mörder ist. Viel mehr hängt die Geschichte hier von den Schicksalsschlägen ab. Immer wieder ereilen Merivel große Schläge und man will zuerst wissen wie sich die Situation klärt und direkt danach wartet man gespannt darauf womit der arme Merivel als nächstes konfrontiert wird. Dabei fehlt es gerade wegen der lockeren Sprüche des Protagonisten auch nicht an Humor, der die düstere Stimmung im Buch immer wieder etwas auflockert.
Von König Charles und auch dem Sonnenkönig Louis XIV. gibt es bereits viel zu lesen, doch der Blick auf die Gesellschaft und die beiden Könige aus Sicht des Arztes und Freundes des Königs zeichnet ein originelles und neues Bild der Zeit. Die Geschichte des Mannes, der so viel Freude und auch Lied in seinem Leben erfahren hat, wird schlüssig von Anfang bis Ende erzählt und wird dabei auf keiner Seite langweilig. Mit Feingefühl und den richtigen Worten erzählt die Autorin die bewegende Geschichte und schafft es dabei zumindest mich zu berühren. Auch wenn ich auf die genauen Beschreibungen von Operationen und solcherlei mehr hätte verzichten können.
Die Kapitel sind recht kurz gehalten mit meist knapp 10 Seiten und lassen sich so fließend und schnell lesen. Die Wortwahl und der Satzbau erscheint mir recht passend und fügt sich wunderbar in die Zeit ein. Es entsteht so also ein zusammengefügtes Bild des Lebens im 17. Jahrhundert.

Fazit :
Dieser historische Roman erzählt mehr als nur die Geschichte eines Arztes. Er zeigt wie man ein leben meistern kann, in dem man viel Freud und Leid gesehen hat und er zeigt auch, dass die starken Männer nicht immer so stark sind wie sie nach außen hin scheinen. Eine Geschichte, die noch nach dem lesen weiter wirkt.


Aussehen: ♥♥♥ 
Charaktere: ♥♥♥♥♥ 
Spannung: ♥♥♥♥ 
Humor: ♥♥
Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ 
Originalität: ♥♥♥♥
Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥ 
Schreibstil: ♥♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥ 


BR - Tania Carver - Entrissen








Taschenbuch
Erschienen am: 10. Juni 2011
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN: 978-3548283258
Seitenzahl: 512
Preis: 9,99€








Inhalt:
Als Detective Inspektor Phil Brennan am Tatort eintrifft, findet er ein Bild des Grauens vor: Zwei junge Frauen wurden brutal ermordet, eine von ihnen war hochschwanger. Während ihre Leiche bestialisch aufgeschlitzt und zugerichtet ist, fehlt von dem Baby jede Spur. Die Ermittler erinnern sich an zwei zurückliegende, ungeklärte Morde, ebenfalls an schwangeren Frauen. Mit Hilfe der Psychologin Marina Esposito werden auch die letzten Zweifel daran ausgeräumt, dass es sich um ein und den selben Täter handelt. Sein Vorgehen wird planvoller, er selbst geschickter. Und er hat es auf die Babies abgesehen. Während Marina die Polizei nach Möglichkeit bei ihrer Arbeit unterstützt, drehen sich ihre Gedanken nicht nur um ihre unklaren Gefühle bezüglich Phil, sondern auch um ihr eigenes Baby. Marina ist schwanger. Und niemand kann ahnen, dass auch sie auf der Liste des Killers steht...

Zum Buch:
Wer empfindlich auf entsprechende Themen reagiert, sollte "Entrissen" vielleicht lieber wieder zur Seite legen. Ohne langes Drumherum wird man mitten ins Geschehen hinein geworfen und wird gleich im ersten Kapitel Zeuge eines brutalen Mordes. Tania Carver beschreibt dabei sehr plastisch und bildhaft, sodass man sich der Szene kaum entziehen kann. Das hat natürlich den Vorteil, dass man gleich richtig involviert ist und natürlich auch unbedingt wissen möchte, wissen MUSS, wie es weiter geht.
Die Aufteilung in recht kurze Kapitel lädt dazu ein, auch mal zwischendurch in Bus oder Bahn noch eines zu lesen und der Schreibstil ist wie bereits erwähnt angenehm und wirkungsvoll. Es fällt leicht, eine Beziehung zu den eingeführten Charakteren aufzubauen, sei es nun durch Sympathie oder Abneigung. Ich kann nicht behaupten, dass mir irgendeine der Figuren einfach nur gleichgültig war, obwohl der ein oder andere Handlungsstrang natürlich spannender war als andere. Besonders hervorheben möchte ich den Wechsel zwischen Ermittlerteam bzw. einzelnen Personen aus selbigem und dem Täter - eben jene Kapitel, die sich mit dem Täter auseinandersetzen, hinterlassen oft gemischte Gefühle: Abscheu, Mitleid, Ekel, eigentlich die ganze Palette einmal rauf und wieder runter.
Was mir dagegen eher negativ aufgefallen ist, sind die stellenweise doch eher gestelzt wirkenden Dialoge. Mehr als einmal habe ich eine Szene zwischen den Ermittlern gelesen und mir gedacht: So redet man doch nicht miteinander, wenn man schon jahrelang zusammen arbeitet. Glücklicherweise kommt das nur an einigen Stellen durch und zieht sich nicht durch das gesamte Buch. Gegen Ende fiel es mir auch ein bisschen schwer nachzuvollziehen, wie alle Rädchen ineinander greifen und wie alle Puzzleteile zusammen passen, einige Dinge erschienen mir doch etwas weit her geholt oder konstruiert, aber das Finale hielt doch eine große Überraschung bereit. Während dem Lesen war ich mir fast sicher zu wissen, worauf das ganze hinausläuft und war fast ein bisschen enttäuscht, dass Tania Carver so früh bereits so viel preis gegeben hat, aber es ist der Autorin definitiv gelungen, am Ende noch einmal zu überraschen.

Fazit :
Ein Thriller mit einigen Schwächen, aber mit noch größeren Stärken, der den Leser gefangen nimmt und ihn mit in die Abgründe der menschlichen Seele nimmt. Insgesamt gibt es 4 von 5 Blümchen für "Entrissen."


Aussehen: ♥♥♥♥ 
Charaktere: ♥♥♥♥ 
Spannung: ♥♥♥♥ 
Humor: /
Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ 
Originalität: ♥♥♥♥
Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥ 
Schreibstil: ♥♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥♥ 


Ivys Monatsrückblick #3: Januar 2013

Da fangen wir den neuen Monat doch gleich mal mit dem (diesmal ein wenig deprimierenden) Rückblick auf den letzten an:

Beendete Bücher:


2) "Ich liebte eine Bestie" von Stephan Harbort (304 Seiten)

Angefangene Bücher:


1) "Das Lächeln der Fortuna" von Rebecca Gablé (70 von 1143 Seiten)

Mitgeschleppte Bücher:


1) "Die Königin der Drachen" von George R. R. Martin (560 von 749 Seiten, davon 146 im Januar)

Das bringt mich im Januar auf insgesamt 965 gelesene Seiten. Schwach, aber irgendwie war es bei meiner momentanen Leseflaute nicht anders zu erwarten.
Was mich ganz besonders ärgert ist, dass ich "Die Königin der Drachen" immer noch nicht fertig habe. Herr im Himmel, ich schleppe dieses Buch seit Oktober (!) letzten Jahres mit mir rum und kann mich nie überwinden, mehr als ein paar Seiten zu lesen, weil mich dann schlichtweg die Lust verlässt. Eigentlich finde ich diese Reihe und all ihre Charaktere großartig, aber irgendwie... irgendwie macht George R. R. Martin mir in diesem Band entschieden zu oft "den Martin". Ich hab das Gefühl er nimmt die literarische Axt und zertrümmert alles, was er in den vorigen 5 Bänden aufgebaut hat. Zwischenmenschlich, politisch, einfach alles. Aber jetzt sind es ja nicht mal mehr 200 Seiten, also kommt abbrechen auch nicht in Frage. Arschbacken zusammenkneifen und durch, schätze ich. Danach brauche ich aber auf jeden Fall erstmal Urlaub von Westeros.

Lillys Feenglanz Challenge

Meggie sagt, sie hat leider nur 2 der Bonuskriterien erfüllen könnne? Ha, bei mir hat es sogar nur für eins gereicht. 500 Feenglanzpunkte für ein Buch, das im Genre Fantasy angesiedelt ist.
Dafür habe auch ich ein Buch mit einem L im Titel gelesen - "Ich liebte eine Bestie" - und noch die Chance, den Blognamen bis zum Ende des Jahres zusammenzukriegen.

Ultimative SuB-Abbau-Challenge

Bei nur 2 beendeten Büchern hab ich natürlich auch erst 2 der 20 erforderlichen Kriterien erfüllen können. Ich habe meine beiden Bücher unter "Lese ein Buch von einem amerikanischen Autor/in" und "Lese ein Buch, welches du geschenkt bekommen hast" verbucht. Ich bin mal gespannt ob sich das zum Ende des Jahres hin ausgeht, aber das lässt sich jetzt natürlich noch nicht absehen :)

Alles in allem war der Januar eher unzufriedenstellend. Aber das heißt ja nicht, dass der Februar nicht besser werden kann - mich erwartet immerhin eine 6 1/2 stündige Zugfahrt. Da geht sicher einiges.

Und jetzt genug geschwafelt und weiter gelesen ;)

Liebe Grüße
Ivy
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