HBR - Hjorth & Rosenfeldt - Der Mann, der kein Mörder war




 Titel: Der Mann, der kein Mörder war
 Reihe: Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann #1
 Autor: Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt
 Sprecher: Douglas Welbat
 Genre: Thriller
 Verlag: Audiobuch
 ISBN: 9783899644289
 Laufzeit: 425 Minuten
 Preis: 14,95€


In Västerås wird die grausam zugerichtete Leiche eines Jungen gefunden. Roger war Schüler eines Elite-Internats, aber nicht sonderlich beliebt. Weil die örtliche Polizei sich dem Fall nicht gewachsen sieht, bestellt sie die Reichsmordkommission unter der Leitung von Kommissar Höglund aus Stockholm ein. Durch einen schicksalhaften Zufall hält sich zur selben Zeit auch ein anderes, ehemaliges Mitglied des Teams in Västerås auf: der Kriminalpsychologe Sebastian Bergmann. Nach dem Tod seiner Mutter muss er sich um ihren Nachlass kümmern. Eigentlich hat er etwas anderes im Sinn, als er Höglund bittet, ihn an den Ermittlungen zu beteiligen, doch schon bald hat ihn der Fall Roger Erickson völlig eingenommen - und so manches dunkle Geheimnis zu Tage gefördert.

Hjorth und Rosenfeldt muss man gelesen haben, habe ich immer wieder gehört. Vor einer Weile haben wir den ersten Band rund um Sebastian Bergmann sogar meinem Schwiegervater zum Geburtstag geschenkt, ich selbst bin aber immer irgendwie dran vorbei gegangen. Jetzt aber hab ich mir "Der Mann, der kein Mörder war", endlich mal zu Gemüte geführt - und bin doch insgesamt recht positiv überrascht.
Auch wenn mir vor allen Dingen eins zu Sebastian Bergmann einfällt: Anstrengend. Unerträglich. Egozentrisch. Und das sage ich als jemand, der eigentlich eine gewisse Schwäche für diese Egozentriker a lá Tony Stark hat. Für Bergmann habe ich definitiv keine bei mir gefunden. Er ist einfach bloß unsympathisch, auch wenn seine tragische Vergangenheit vieles erklären mag. Dafür bin ich mit dem Rest des Teams umso besser zurecht gekommen. Die etwas grantige und eigenwillige Gerichtsmedizinerin, der Technik-Experte, die perfektionistische Überfliegerin und natürlich last but not least Höglund selbst. Doch, die Kombination und die Team-Dynamik haben mir sehr gut gefallen, auch wenn Bergmann einen gehörigen Störfaktor in selbiger bildet. Trotz Bergmann hatte das ganze einen Ich-muss-unbedingt-wissen-was-sie-als-nächstes-entdecken-Sog. Die Ermittlungen kommen stellenweise nur sehr langsam voran und es geht sehr viel um Bergmanns Privatleben. Dennoch hat die Geschichte nie ihre Spannung verloren.
Dazu kommt, das Douglas Welbat einfach ziemlich gut gelesen hat. Seine dunkle Reibeisenstimme hat dem ganzen den nötigen Flair verliehen.

Trotz unerträglichem Protagonisten wusste mich die Geschichte um Bergmann und Höglunds Ermittler-Team durchgängig zu fesseln. Der Sprecher war großartig und hat enorm dazu beigetragen. Für den Auftakt der Bergmann-Reihe gibt es daher von mir 4 Blümchen!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥


BR - Michael Thomas Ford - Z - Das Spiel der Zombies




 Titel: Z - Das Spiel der Zombies
 Reihe: -
 Autor: Michael Thomas Ford
 Genre: Jugendbuch
 Verlag: Baumhaus
 ISBN:  9783838708362
 Seitenzahl: 221 Seiten
 Preis: 6,49€ (eBook)








"Aber ich töte ja keine Menschen. Ich töte Fleischsäcke."
"Wie nennst du sie?", fragte seine Mutter entsetzt. Sie wurde ganz rot im Gesicht.
"So nennen wir halt die Zombies", versuchte Josh zu erklären. "Das hat nichts zu bedeuten. Außerdem..."
"Nennst du deine Tante Lucy auch so? Einen Fleischsack?", unterbrach seine Mutter ihn.
"Nein!", wehrte sich Josh. "Das ist doch was anderes. Sie war ein Mensch."
"Alle Zombies waren mal Menschen", entrüstete sich seine Mutter. "Jeder einzelne von ihnen. Vergiss das niemals!"

Josh und Firecracker haben das Glück, nach den Zombiekriegen geboren worden zu sein. Zs, wie sie die Zombies nennen, gibt es für sie nur in den super realistischen Videospielen, denen sie zusammen frönen. Doch noch Joshs Mutter hat echte Zombies erlebt und ihre ganze Familie dadurch verloren. Entsprechend vehement ist sie gegen das Lieblingsspiel ihres Sohnes.
Als Josh zu einem der im Untergrund stattfindenden "echten Spiele" eingeladen wird, kann er dem Reiz des Verbotenen und dem Adrenalinkick nicht widerstehen. Zusammen mit einigen der besten Spieler überhaupt schaltet er täuschend echte Z-Repliken in einer Art illegaler Unterhaltungsshow aus und hat dabei die Zeit seines Lebens. Es ist schließlich nur ein Spiel. Oder?

Nicht zu dick und was mit Zombies. Mit den Prämissen bin ich an "Z - Das Spiel der Zombies" heran gegangen. Ich hatte keine allzu großen Erwartungen, auch wenn mir die Idee mit den "echten" Spielen schon ziemlich interessant vorkam. Interessante Idee heißt ja leider noch nicht immer, dass sie auch gut umgesetzt wurde.
Die Geschichte konzentriert sich auf Josh, einen Teenager, der gerade weil seine Mutter es ihm verbietet immer tiefer und öfter in dem superrealistischen Zombiespiel versackt, das sogar den Geruchssinn stimuliert. Kleine Info am Rande: wir befinden uns im Jahre 2132, also weit in der Zukunft, in der es entsprechende Technologie also vielleicht geben wird. Gedruckte Comics sind eine Antiquität und heiß begehrt, denn es gibt alles nur noch in digitaler Form. Mitschriften in der Schule macht auch keiner mehr, denn die Notizblöcke haben eingebaute Voice-Recorder und man kann einfach direkt mitschneiden was der Lehrer sagt. Josh war mir eigentlich recht sympathisch, aber ein wirklich tiefgründiger Charakter war er dann auch wieder nicht. So wie übrigens keine der vorkommenden Figuren, obwohl sich durchaus so was wie geschwisterliche Kabbeleien, eine kleine Romanze und die Höhen und Tiefen einer besten Freundschaft abgespielt haben.
Was ein bisschen hölzern und eher flach begonnen hat, entwickelt dann aber doch vor allem in Richtung Ende überraschende und auch drastische Wendungen, die ich Michael Thomas Ford gerade zu Beginn des Buches überhaupt nicht zugetraut hätte. Mit lebhaft und plastisch beschriebener Action glänzt Ford hier definitiv mehr als mit tiefen Gefühlen, aber das war für diese Art von Roman auch völlig in Ordnung.

Vom Hocker gerissen hat es mich nicht, war aber an und für sich ganz gut. Für "Z - Das Spiel der Zombies" gibt es solide 3 Blümchen und eine Empfehlung für alle, die etwas actionlastiges, aber nicht zu schwer im Magen Liegendes suchen.


Aussehen: ♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥









Werwolf oder Taube - Lesung von Rafaela Thoumassian



Guten Morgen ihr Lieben!


Heute möchte ich euch auf eine Veranstaltung in meiner Bücherei hier in Bochum aufmerksam machen, die ich selbst auch mit betreuen werde.
Am 03. Februar, also genau nächste Woche Mittwoch, kommt Rafaela Thoumassian zu uns und liest ab 19 Uhr aus ihrem sicherlich auch ein wenig auto-biografisch angehauchten Roman "Werwolf oder Taube".

Erstmal ein kurzer Überblick, worum es bei diesem doch eher ungewöhnlichen Titel eigentlich geht.

Ana war noch niemals in Armenien, dem Land ihrer Ahnen. Und obwohl sie seit ihrer Geburt in Deutschland lebt, fühlt sie sich dort rastlos und fremd. Ist Armenien ihre Heimat? Ist Armenien der Ort, an dem sie endlich zur Ruhe kommen wird? Denn das ist Anas Sehnsucht.
Saros Sehnsucht ist Ana. Saro ist der geheimnisvolle Fremde, der in der verborgenen Stadt Antaram auf dem Grund des Sewansees auf Ana wartet. Und noch jemand wartet auf Ana: Großvater Hayrabet, der kurz nach ihrer Geburt starb und zu dem sie schon immer eine besondere Verbindung spürte…



Rafaela Thoumassian selbst in Deutschland geboren worden, doch ihre Eltern stammen aus Armenien und haben immer viel Wert darauf gelegt, ihrer Tochter nicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur ihres Heimatlandes zu vermitteln. Erst 2004, als Erwachsene, reist Rafaela Thoumassian das erste mal selbst nach Armenien. Sie führt umfassende Reisetagebücher und die Idee zu "Werwolf oder Taube" nimmt hier ihren Ursprung.

Für wen das genauso interessant klingt wie für mich, der ist herzlich willkommen zur Lesung zu kommen. Der Eintritt ist frei :)
Also noch mal zusammen gefasst:

Was? 
Rafaela Thoumassian liest aus "Werwolf oder Taube"

Wo? 
Stadtbücherei Bochum
Gustav-Heinemann-Platz 2-6
44777 Bochum

Wann?
03. Februar 2016
19 Uhr

Wie viel?
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich


Ich werde auf jeden Fall dort sein und würde mich freuen, wenn sich noch jemand dazu gesellt :) Wenn Bochum zu weit ab vom Schuss ist, gibt es am Vortag, dem 02. Februar, auch noch einen Termin in Wuppertal, ebenfalls um 19 Uhr. Die Lesung findet dort in der Buchhandlung Klaus v. Mackensen statt.

Weitere Informationen zu Buch, Autorin und Terminen findet ihr auf Rafaela Thoumassians Website >> Armenische Taube <<

Vielleicht bis nächste Woche!



Gemeinsam Lesen #55 - Schattenjunge

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Wie kann man den zweiten Tag der Woche besser beginnen als mit einer neuen Runde Gemeinsam Lesen? :D


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Schattenjunge" von Carl-Johan Vallgren
Seite 70



2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Im Laufe seines zweiten Jahres in Stockholm fing Katz wieder mit dem Heroin an.


3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Ich muss gestehen, dass es etwas schleppend anläuft. Bis jetzt habe ich noch nicht viel erfahren, außer dass Joel Klingbergs Bruder Kristoffer Anfang der 70er Jahre spurlos verschwunden ist und dieses Ereignis ihn sein ganzes Leben lang belastet hat. Jetzt sitzt Joels Frau beim drogenabhängigen Danny Katz, einem alten Kameraden Joels vom Militär, und hat ihn damit beauftragt ihren Mann aufzuspüren, der ebenfalls spurlos verschwunden ist - wie einst sein Bruder, nur weit über 30 Jahre später. Die Polizei glaubt, dass er freiwillig gegangen ist und angeblich hat Joel gesagt, dass Katz der einzige Mensch ist, dem er jemals wirklich vertraut hatte. Und der muss jetzt gucken wo er einen Anfang findet.

Klingt so weit erstmal ganz gut, allerdings läuft es wie gesagt ein bisschen schleppend an. Klar, das was ich euch gerade zusammengefasst habe ist alles schon passiert und doch hab ich noch nicht richtig das Gefühl in der Geschichte drin zu sein und die Charaktere zu fühlen. Ich hoffe das gibt sich noch.


4. Was hast du vor einem Jahr gelesen? Erinnerst du dich noch an Einzelheiten dieser Geschichte?
Ich muss gestehen ich musste jetzt um genau bestimmen zu können welches Buch es am 26. Januar 2015 war Goodreads heran ziehen. Und Goodreads hat mir verraten, dass es "Töte deinen Chef" von Shane Kuhn war, das mir tatsächlich ganz gut gefallen hat. Und natürlich erinnere ich mich noch an die Geschichte! Wie kann man den Leitfaden für Praktikanten (aka eingeschleuste Auftragskiller) auch vergessen?

Wie sieht es bei euch aus? Was habt ihr letztes Jahr um die Zeit gelesen? Sind die Erinnerungen noch frisch? :)

Liebe Grüße




Cover Monday #45 - The Little Red Chairs

Eine Aktion von The emotional Life of Books

Stellvertretend für Meggie, die eine dicke Erkältung erwischt hat und gar nicht aus dem Bett kommt, diese Woche nochmal ein Cover von mir. Ich hab mich dafür mal ein bisschen unter den englischsprachigen 2016ern umgetan und bin auf folgendes Cover gestoßen:




A woman discovers that the foreigner she thinks will redeem her life is a notorious war criminal.

Vlad, a stranger from Eastern Europe masquerading as a healer, settles in a small Irish village where the locals fall under his spell. One woman, Fidelma McBride, becomes so enamored that she begs him for a child. All that world is shattered when Vlad is arrested, and his identity as a war criminal is revealed. 
 Fidelma, disgraced, flees to England and seeks work among the other migrants displaced by wars and persecution. But it is not until she confronts him-her nemesis-at the tribunal in The Hague, that her physical and emotional journey reaches its breathtaking climax.

Ein Buch, das, wie Autorin und Verlag selbst sagen, eines über die Liebe und die endlose Suche danach ist. An und für sich finde ich klingt die Story gar nicht so uninteressant, aber angetan hat es mir natürlich im Rahmen der Aktion vor allen Dingen das Cover. Dabei ist es ganz schlicht - weiß und rot. Aber manchmal ist weniger einfach mehr. 

Wie gefällt es euch? Was würdet ihr anders daran machen?

Liebe Grüße



Geburtstagsgewinnspiel


Hallo ihr lieben Leseratten :)

Wie schon angekündigt wollen wir den 4. Bloggeburtstag natürlich mit euch allen ein wenig feiern und dazu könnt ihr etwas gewinnen.
Es wird einen ersten und einen zweiten Preis zu ergattern geben. Der Sieger des ersten Preises bekommt von uns ein Wunschbuch geschenkt, das allerdings den Rahmen von 20 € nicht überschreiten sollte. Der zweite Sieger erhält von uns ein kleines eigens zusammengestelltes Überraschungspaket, auf das er sich freuen kann.

Allerdings müsst ihr auch eine Kleinigkeit dafür tun ;)
Jeder der teilnehmen möchte sollte uns in seinem Kommentar unter dem Gewinnspiel ein Buch empfehlen, das wir unbedingt lesen sollten. Es wäre schön, wenn dabei ein wenig klar wird, wieso wir das Buch lesen müssen und was es so besonders macht.
Mit der Buchempfehlung wandert ihr automatisch in den Lostopf und habt die Chance einen der Preise zu gewinnen.
Um euer Wunschbuch am Ende auch auf den Weg bringen zu können, müsst ihr in eurem Kommentar natürlich auch einmal geschwind sagen, was ihr euch unbedingt wünscht und warum es genau dieses Buch sein soll.

Ihr könnt gern Werbung für das Gewinnspiel machen, das ist aber kein Zwang und es bekommt dadurch auch niemand einen Vorteil den anderen Teilnehmern gegenüber. Mitmachen kann jeder, auch wer uns noch nicht folgt, aber neue Leser sind natürlich immer gern gesehen und herzlich willkommen :D

Zusammengefasst heißt das:

Bei der Teilnahme an diesem Gewinnspiel gibt es Folgendes zu beachten:

# Das Gewinnspiel läuft vom 24. Januar bis zum 07. Februar 2016.

# Du musst uns natürlich wie bereits erwähnt dein Wunschbuch/deine Wunschbücher hier in den Kommentaren oder auf deinem Blog vorstellen. Bei letzterer Variante poste bitte den Link in die Kommentare, damit wir ihn auch sehen können.


# Empfehle uns auf nette Art eines deiner liebsten Bücher von dem du glaubst, dass wir es bisher einfach verschmäht haben.

# Hinterlasse uns bitte eine Möglichkeit, dich im Gewinnfall zu kontaktieren, entweder in Form einer E-Mail Adresse oder deines Blog-Links.

# Aus portotechnischen Gründen versenden wir die Gewinne nur innerhalb Deutschlands.

# Der Wert des Wunschbuchs/der Wunschbücher darf 20€ nicht überschreiten. Sollte dein Wunschbuch weniger kosten (z.B. 15,00€) besteht kein Anspruch auf Auszahlung des Restbetrags.

# Für den Versand übernehmen wir keine Haftung.

Nach Ablauf der zwei Wochen werden wir die Gewinner aus allen Teilnehmern auslosen und euch dann benachrichtigen, aber jetzt erstmal viel Spaß beim Wünschen und Empfehlen.

Habt einen schönen Tag :)

MEGGIE & IVY

BR - Michel Bussi - Die Frau mit dem roten Schal




 Titel: Die Frau mit dem roten Schal
 Reihe: -
 Autor: Michel Bussi
 Genre: Roman
 Verlag:Rütten & Loening
 Seitenzahl: 363 Seiten
 Preis: 14,99€








Es waren die ersten Worte meiner Geschichte, und es werden die letzten sein.
Lange Zeit hatte ich immer nur Pech.
Glück, das war etwas für die anderen, nicht für mich.
Und, um ganz ehrlich zu sein, es fällt mir noch immer schwer zu glauben, dass sich das geändert haben soll.

Jamal trainiert sogar im Urlaub, denn er möchte mit seinem fehlenden Bein der erste behinderte Sportler werden, der am Ultra Marathon auf dem Mont Blanc teilnimmt. Bei seinem morgendlichen Lauf sieht er sie: die junge Frau, die so verloren am Rand der Klippe steht. Jamal versucht sie zu überreden, sich nichts anzutun - doch sie springt. Als wäre das nicht schockierend genug deutet plötzlich alles darauf hin, dass es kein Selbstmord gewesen ist. Dass sie gestoßen wurde, nachdem man sie vergewaltigt und erdrosselt hat. Jamal gerät unter Verdacht, denn er war der letzte, der oben auf der Klippe mit ihr zusammen war. Doch es kommt noch schlimmer: der Fall gleicht bis ins Detail einem zehn Jahre zurück liegenden Verbrechen. Plötzlich muss sich sogar Jamal fragen, ob er noch ganz bei Verstand ist - oder möglicherweise ein Serienmörder.

Nachdem mir "Das Mädchen mit den blauen Augen" von Michel Bussi so ausgenommen gut gefallen hat, war ich ganz aus dem Häuschen als ich kurz darauf "Die Frau mit dem roten Schal" von ihm in der Buchhandlung entdeckte. Und weil ich natürlich nicht warten konnte, musste ich es sofort haben, allein schon weil die Covergestaltung wieder ähnlich schön und intensiv geworden ist wie beim Vorgänger. Wie es mit den ganz dringend notwendigen Anschaffungen dann so ist hat es aber trotzdem ein paar Monate auf meinem SuB verbracht, wurde aber, wie einige sich vielleicht erinnern, in den guten Dieses-Buch-lese-ich-2016-auf-jeden-Fall-Vorsatz aufgenommen - und den hab ich jetzt auch gleich zu Jahresanfang umgesetzt.
Jamal weiß, was er mit Magali Verron, der jungen Frau oben auf der Klippe, besprochen und getan hat. Zumindest glaubt er das. Doch mit der Zeit tauchen immer mehr Beweise auf, die gegen ihn sprechen und die Parallelen zu dem ungelösten Fall Morgane Avril vor zehn Jahren gehen nicht nur unter die Haut, sondern sie haben auch Jamal und mich an unserem Verstand zweifeln lassen. Exakt dasselbe Verbrechen noch einmal, bis hin zum Aussehen des Opfers. Wie kann denn das sein? Michel Bussi spielt mit gewohnt flüssigem, leichtem Schreibstil nicht nur mit den Gedanken und der Rationalität seines Protagonisten. Irgendwann beginnt man sich zu fragen, ob Jamal nicht vielleicht doch paranoid ist und irgendwo tief in ihm der Mörder schlummert, den die Polizei und die Familie der ermordeten Morgane in ihm sieht. Jedenfalls ist er auf seiner Suche nach der Wahrheit zu Dingen fähig, die er sich selbst vorher wahrscheinlich nicht zugetraut hätte. Und man muss einfach dabei zugucken, wie er sich wider besseres Wissen immer weiter in die Scheiße reitet.
Die Auflösung war überraschend und ich muss gestehen, dass ich sie nicht habe kommen sehen. Michel Bussi hat ein wirklich unerwartetes Ende gewählt, was mir noch einmal zusätzlich gefallen hat. Ich mag es, wenn ich selbst auf den letzten Seiten eines Buches nochmal überrascht werde und nicht alles so durchschaubar ist, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint.

"Die Frau mit dem roten Schal" ist ein anders gearteter Roman als "Das Mädchen mit den blauen Augen", mit Bussis nichts desto trotz fesselndem Schreibstil war ich aber auch durch dieses Buch innerhalb von drei Tagen durch. Das ist mir in jedem Fall vier gut unterhaltene Blümchen wert.


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









BR - Ferdinand von Schirach - Terror




 Titel:Terror
 Reihe: /
 Autor: Ferdinand von Schirach
 Genre: Kriminaltheaterstück
 Verlag:Piper
 Seitenzahl: 176 Seiten
 Preis: 16,00€








Das ist kein Witz. Kant verlangt das wirklich. Und die Staatsanwältin verlangt von Ihnen dasGleiche: ein Prinzip über den Einzelfall zu stellen, Prinzipien über das Leben. Prinzipien mögen vernünftig sein und vvielleicht in den meisten Fällen auch richtig. Aber ihnen hier zu folgen - was wäre das für ein Wahnsinn? Ich jedenfalls würde den Mörder immer anlügen, ich ziehe es vor, meine Freunde zu retten.

Ein Terrorist kapert eine Passagiermaschine und zwingt die Piloten, Kurs auf ein voll besetztes Fußballstadion zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug in letzter Minute ab, alle Passagiere sterben, doch die Menschen im Stadion bleiben verschont. Der Pilot muss sich vor Gericht für sein Handeln verantworten. Seine Richter sind die Theaterbesucher, sie müssen über Schuld oder Unschuld urteilen und je nach ihrer Entscheidung kann das Stück die eine oder die andere Wendung nehmen.
Der Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo im Januar 2015 hat auf schrecklichste Weise gezeigt, wie hoch der Preis sein kann, den wir für unsere Freiheit zahlen müssen. Schirachs Rede auf Charlie Hebdo, die ebenfalls in diesem Band enthalten ist, ist ein Plädoyer für die Freiheit des Wortes, für unsere Zivilisation im Angesicht ihrer Feinde.

Etwas untypisch kommt das neue Buch des Strafverteidigers, der längst deutlich bekannter als Schriftsteller ist, ist in vielerlei Hinsicht anders. Zuerst passt der Umschlag kaum noch zu den anderen Bänden des Autors. Obwohl es ebenso, wie alle anderen Werke bei Piper erschienen ist, verzichtet der Verlag dieses Mal auf die so markante Rückenfigur, welche die meisten der anderen Bücher ziert. Das Buch schlägt eher in die gleiche Richtung wie auch die Sammlung Schirachs Artikel "Die Würde ist antastbar". Allerdings passt es auch sehr gut zu einer Art Drehbuch. Eine weiße Seite und einfach nur Autor und Titel aufgedruckt. Schwarz auf Weiß, so wie die Seiten eines Skripts für einen Film oder eben ein Theaterstück. So passt es natürlich wieder sehr gut.
Genau die Art und Weise wie das Buch geschrieben ist, ist so aber auch etwas ganz anderes. Nach den Kurzgeschichten und dann den romanhaften Darstellungen von Gerichtsverfahren, liefert Ferdinand von Schirach an dieser Stelle ein Theaterstück. Die Verhandlung des Angeklagten wird für das Publikum vorgeführt und die Zuschauer sind letztlich die Richter. Ist der Mann schuldig oder nicht?
In gewohnter Manier schreibt Schirach vom Verfahren gegen den Luftwaffenoffizier, der des 164-fachen Mordes angeklagt ist. Dabei zeigt er in diesem Werk noch deutlicher auf als sonst, wie ein solcher Prozess abläuft und welche Möglichkeiten die einzelnen Handelnden haben. Es wirkt deutlich näher als sonst und büßt doch nicht den klaren, verständlichen Schreibstil Schirachs ein.
Anders als sonst bleibt allerdings das Ende des Falles vollkommen unklar. Der Leser oder eben der Zuschauer entscheidet wie das Verfahren ausgehen wird. Wird Lars Koch freigesprochen oder für schuldig erklärt? Natürlich können im Buch beide Enden nachvollzogen werden, doch es ist spannend selbst darüber nachzudenken, auf welcher Seite man selbst steht. Stimmt man der Staatsanwältin zu und glaubt, dass die Freiheit Grenzen hat, dass wir mehr Sicherheit brauchen und ein Leben niemals ein anderes aufwiegen kann. Oder sieht man diesen Fall als eine Art Fallentscheidung, eine Lage, in der Koch gar nicht anders handeln konnte, nicht anders handeln durfte, weil dies der einzige Weg ist so viele Menschen zu retten, auch wenn einige dafür sterben mussten. Gibt es einen Augenblick, in dem das Gesetz nicht mehr greift und in dem es erlaubt ist Befehle zu missachten?
Mehr Aktualität könnte das Buch kaum haben. Schirach betont selbst, dass er das Stück vor den Anschlägen auf die Satirezeitung Charlie Hebdo geschrieben hat und die Rede für die Preisverleihung des Besitzer der Zeitung vor den Anschlägen Ende 2015. Ob Schirach an dem Abend, als das Länderspiel zwischen Frankreich und Deutschland auf so grausame Weise unterbrochen wurde wohl einen Moment des eigenen Schreckens erlebte? Man weiß es nicht, doch es beweist wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Frage ist, wie wir dem Terror entgegentreten. Entsprechend ergreifend ist das Stück und auch die nachgestellte Rede, die mehr emotionale Tiefe erzeugt, als es irgendwelche Worte könnten.

Innovativ und erschreckend aktuell. Dieses Buch muss man gelesen haben und man sollte sich selbst hinterfragen. Wie würden wir wohl in einer solchen Situation handeln? Ein rundum gelungenes Werk.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥










BR - Scott Lynch - Die Lügen des Locke Lamora




 Titel: Die Lügen des Locke Lamora
 Reihe: Gentleman Bastard #1
 Autor: Scott Lynch
 Genre: Fantasy
 Verlag: Heyne
 Seitenzahl: 847 Seiten
 Preis: 14,00€








"Die einzige Person, die mit Schlichen à la Locke Lamora durchkommt..."

"... ist Locke Lamora..."
"... denn wir sind der festen Überzeugung, dass die Götter ihm einen wirklich interessanten Tod zugedacht haben. Mit Messern und glühenden Eisen..."
"... und fünfzigtausend jubelnden Zuschauern."
Die beiden Brüder räusperten sich unisono.

Der Stadtstaat Camorr ist in zwei Welten aufgeteilt. Die des Adels in seinen Elderglastürmen, wo er hoch über dem gemeinen Volk thront, und die des Verbrechens. Capa Barsavi regiert die Diebes- und Räuberbanden der Stadt mit eiserner Hand. Durch den geheimen Frieden co-existieren diese beiden Welten in einvernehmlichem leben-und-leben-lassen. Mittendrin Locke Lamora und seine Gentleman Ganoven, die sich als mäßig erfolgreiche Einbrecherbande präsentieren, unter der Hand jedoch den geheimen Frieden unterwandern. Seit Monaten tüfteln sie an ihrem bislang größten Coup, als ein Phantom, das sich "Der Graue König" nennt, anfängt, Barsavis wichtigste Männer zu ermorden. Plötzlich ist es für Locke und seine Freude vorbei damit, unter dem Radar zu bleiben - sie stecken schon bis zum Hals im vielleicht gefährlichsten Abenteuer ihrer Laufbahn.

Wie unfassbar gut!
Scott Lynch entführt uns in die fiktive Welt des Herzogtums Camorr, einer Stadt, in der sich Verbrecher und Adel die Klinke in die Hand geben und doch in völlig unterschiedlichen Welten leben. Hier lernen wir unseren "Helden" kennen, Locke. Und ich setze Helden bewusst in Anführungsstriche, denn eigentlich ist er das absolut nicht. Locke Lamora steht einer Diebes- und Betrügerbande vor, die sich die Gentleman Ganoven nennt. Unter der Maske eher durchschnittlich erfolgreicher Einbrecher inszenieren sie die größten und waghalsigsten Coups, die Camorr je gesehen hat - und die den Geheimen Frieden ins Wanken bringen würden, kämen sie ans Tageslicht.
Die eigentliche Geschichte um den Grauen König und den größten Coup der Gentleman Ganoven findet in der Gegenwart statt, aber immer wieder werden auch Vergangenheitsszenen dazwischen geschoben, in denen man "die Jungs", wie ich sie genannt habe, besser kennen lernt. Kindheitsanekdoten aus dem Leben der Gentleman Ganoven, wenn man so will. Und jede einzelne ist die Unterbrechung der Hauptgeschichte wert. Tatsächlich hab ich diese Zwischenblenden nie als störend empfunden, der Lesefluss wird dadurch überhaupt nicht gehemmt, sondern man verschlingt nur noch mehr Seiten und Kapitel, weil jede Vergangenheitsszene einfach so viel Charme und Witz hat.
Scott Lynch zeichnet dabei absolut unvergleichliche Charaktere. Sei es nun Locke selbst, dessen dreckigem Charme man sich einfach nicht entziehen kann, seien es die Sanza-Zwillinge, die immer für einen Lacher sorgen, der einem das Herz vor Zuneigung für diese kleinen Idioten überlaufen lässt, oder aber auch Nebencharaktere wie Capa Barsavi und seine Kinder, der alte Vater Chains, der die Gentleman Ganoven aufgezogen und ausgebildet hat - egal, jeder ist auf seine Art absolut einzigartig. Sogar die "Bösen".
Während ich "Die Lügen des Locke Lamora" gelesen habe, habe ich meinen kompletten Freundeskreis ständig mit Zitaten und Szenen aus dem Buch beworfen, bis sie vermutlich froh waren, dass ich endlich durch bin. Ich habe gelacht, geweint, geliebt und gehasst. Das volle Gefühlsroulette, einmal rauf und runter und dann nochmal von vorne. Dieses Buch hat all meine Gefühle genommen und sie durch den Fleischwolf gedreht. Es war schön und es war grausam und ich hab den Autor verflucht und war ihm gleichzeitig dankbar.

Mit dem ersten Teil der Gentleman Bastard Reihe rund um Locke Lamora hat Scott Lynch bei mir absolut einen Nerv getroffen! Ich würde einfach mal ganz klar sagen: Ich habe hiermit offiziell eine neue Lieblingsreihe! Band 2 wird sicher bald folgen, bis dahin - volle Punktzahl in jeder Kategorie für Teil 1!


Aussehen: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥








HBR - Charlotte Link - Die letzte Spur




 Titel: Die letzte Spur
 Reihe: -
 Autor: Charlotte Link
 Sprecher: Gudrun Landgrebe
 Genre: Thriller
 Verlag: Random House
 Laufzeit: 317 Minuten
 Preis: 13,95€


Als Rosanna heiratet, lädt sie mit Elaine Dawson eine alte Freundin aus Schulzeiten zu ihrer Hochzeit nach Gibraltar ein. Doch Elaines Flug wird wegen schlechten Wetters gestrichen. Da taucht plötzlich dieser Fremde auf und bietet ihr einen Schlafplatz in seiner Wohnung an. Entgegen aller Vernunft nimmt Elaine an - und verschwindet spurlos.
Jahre später ist es Rosanna, die den Fall erneut aufgreift. Im Zuge ihrer journalistischen Tätigkeit soll sie eine Reportage über Elaines Verschwinden schreiben, weil sie persönlich in den Fall verwickelt ist. Es hat sie nie losgelassen, dass Elaine verschwand, als sie ihrer Einladung folgte. Also greift sie die losen Fäden, die sich damals zu keinem ganzen zusammenfügen ließen, wieder auf, überprüft jede Spur noch einmal selbst und ahnt nicht, dass auch sie sich damit in große Gefahr begibt.

Auf den ersten Blick ist eigentlich alles ganz klar. Mark Reeve, der Fremde, der Elaine Dawson in der Nacht ihres Verschwindens einen Schlafplatz anbietet, muss ihr etwas angetan haben. Denn mit ihm wird sie zuletzt gesehen, danach ist sie wie vom Erdboden verschluckt. Beweisen konnte die Polizei Reeve nichts, aber der Schaden war natürlich angerichtet. Seine Ehe ist gescheitert, sein Sohn will ihn nicht mehr sehen und überhaupt, auch seiner Karriere als Anwalt hat diese Verdächtigung nicht gerade gut getan. Und auf genau diesen damals verdächtigten, verbitterten Mann trifft nun Rosanna, die sich auf ihre Art auch schuldig an Elaines Verschwinden fühlt.
Charlotte Link ist es gelungen, mich so neugierig auf das zu machen, was wirklich mit Elaine passiert ist, dass ich nicht aufhören konnte weiterzuhören, auch wenn es an manchen Stellen nicht unbedingt spannend im klassischen Sinn war. Es war viel alte Spuren aufwärmen und die Hintergründe von damals beleuchten, aber dem Leser wird immer genug Information hingeworfen, damit er für die nächsten Minuten und Stunden geködert ist, der Geschichte weiter zu folgen. Dabei geht es auch und vor allen Dingen auch sehr persönlich um Rosanna und ihr Leben, was aber die eigentliche Geschichte rund um Elaine und ihr Verschwinden nicht in den Hintergrund gedrängt hat. Ich hatte mir zum Schluss alle möglichen und unmöglichen Theorien zurecht gelegt, nur um dann mit einer ganz anderen Auflösung konfrontiert zu werden. Ja, ich war überrascht - auch über die Art des Endes, das Charlotte Link gewählt hat.
An Gudrun Landgrebe musste ich mich anfangs ein bisschen gewöhnen. Nicht, weil ihre Stimme nicht angenehm gewesen wäre, im Gegenteil. Man konnte ihr eigentlich sehr sehr gut zuhören und sie hat auch eine einfühlsame Art, die unterschiedlichen Figuren zu lesen. Aber so banal es klingt, man hört sie sehr deutlich einatmen, bevor sie einen Satz beginnt. In der ersten Stunde ist mir das sehr stark aufgefallen, danach hatte mich die Geschichte so sehr im Griff, dass es total unter den Tisch gefallen ist.

Mein erster Charlotte Link, der mich gleich positiv überrascht hat. "Die letzte Spur" hat mir gut gefallen und wird bestimmt nicht die letzte ihrer Geschichten sein, die ich zur Hand nehme (oder ans Ohr führe!). Vier Blümchen für Rosanna und Elaine.


Aussehen: ♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥



BR - Peter V. Brett - Das Erbe des Kuriers




 Titel: Das Erbe des Kuriers
 Reihe: Dämonenzyklus
 Autor: Peter V. Brett
 Genre: High Fantasy
 Verlag: Heyne
 Seitenzahl: 208 Seiten
 Preis: 8,99€








Er schluchzte. Was spielte es für eine Rolle, ob die Leute Bescheid wussten oder nicht? Er selbst wusste es. Wusste, dass alles nur seine Schuld war. Es war passiert wegen seiner Selbstsucht. Seiner Dummheit. Seinem Leichtsinn. Ich hätte zusammen mit ihnen verbrennen sollen, dachte er.

Angst beherrscht die Welt, denn immer nachts machen Dämonen Jagd auf alles, was lebt. Nur die Kuriere wagen sich noch auf die lebensgefährlichen mehrtägigen Reisen von Dorf zu Dorf und Stadt zu Stadt. Als der alte Ragen seine letzte Reise vor dem Ruhestand antritt, ahnt er noch nicht, dass er vielleicht viele Jahre später noch einmal diesen beschwerlichen, gefährlichen Weg auf sich nehmen wird. Er will seinen Freund Relan ein letztes Mal besuchen, ehe er in die Heimat zu Frau und Kind zurückkehrt, doch als er das Dorf erreicht, ist das Haus der Damaj heruntergebrannt. Niemand weiß, ob jemand überlebt hat, doch die Dämonen scheinen die Hoffnung fast unmöglich zu machen.
Erst Jahre später erhält er einen Brief, der alles verändert. Der Sohn seines Freundes lebt und er ist vollkommen allein im Moor, schutzlos den Dämonen ausgeliefert. Noch einmal begibt sich Relan auf die Reise, um den Jungen zu retten und in seine Obhut zu nehmen.

Das kleine und doch eher schmale Werk aus der Feder des Fantasy-Autors Peter V. Brett ist mir in der Bücherei in die Hände gefallen. Es passte zum Thema meiner einen Challenge und war vom Umfang her so schmal, dass ich es wunderbar zwischen einige andere Bücher schieben konnte. Schon eine Weile wollte ich mal wieder was aus dem Fantasybereich lesen und dieses Buch schien mir eine gute Möglichkeit einen Blick in die Welt des Dämonenzyklus zu werfen. Das Cover passt ganz wunderbar zu den anderen der Reihe und hat so natürlich einen gewissen Wiedererkennungswert. Es passt zur Thematik und spricht mich zumindest durchaus an.
Am Anfang hatte ich etwas die Befürchtung, dass ich die Geschichte vielleicht nicht verstehen würde, da ich die Bücher sonst ja noch nicht gelesen habe, doch das war gar kein Problem. Der Einstieg war super leicht gemacht und man ist direkt im Geschehen. Die Welt wird auch teilweise noch etwas erklärt. Vermutlich gerade so viel, dass ein Neuling alles versteht, aber auch nicht mehr, um alle treuen Fans nicht mit altbekanntem zu langweilen.
Überhaupt ist der Schreibstil äußerst flüssig und einfach gehalten, so dass man schnell und problemlos durch die Geschichte lesen kann. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl von Dorns Geschichte gelangweilt zu sein und nichts schien übertrieben. Manchmal neigen Fantasyautoren ja durchaus dazu die Beschreibungen ihrer Welten etwas zu übertreiben, doch das konnte ich in diesem Buch absolut nicht feststellen.
Liebevoll hat Peter V. Brett seine Charaktere ausgestaltet und ihnen eigene Persönlichkeiten gegeben. Es gelingt ihm gut den Wandel des kleinen Dorn darzustellen und ihn am Ende deutlich reifer zu zeigen, als zu Beginn des Geschichte. Die Spannung blieb durch die ganze Erzählung bestehen, allerdings fehlte mir an einigen Stellen doch etwas Gefühl. Sicher wäre da noch etwas Luft nach oben, um die Regungen des Lesers zu erreichen, gerade wenn es um die Todesszenen einiger Personen geht.

Eine wundervoll gestaltete Fantasywelt mit ausstaffierten Charakteren und schlüssigen Entwicklungen. Spannung von Anfang an und ein wirklich schönes Werk, nicht nur für Fans der Reihe. Mir hat die Geschichte zumindest Lust auf das ganze Werk des Autors gemacht. Ob es nun fair ist ein so kurzes Werk zu veröffentlichen oder nicht sei dahingestellt.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥









Happy Birthday - Licentia Poeticae wird 4!


Guten Morgen! :)

Heute ist es so weit! Heute vor genau vier Jahren hat Meggie den ersten Post hier auf Licentia Poeticae gesetzt und von diesen vieren bin ich immerhin auch schon knapp 3 1/2 dabei.

In diesen vier Jahren hatten wir viele Höhen und Tiefen, Phasen, in denen der Blog still lag oder in dem wir uns vor lauter Ideen und Posts gar nicht richtig koordinieren konnten. In jedem Fall hatten wir unseren Spaß und ihr natürlich hoffentlich auch!

Als kleines Dankeschön für euch wird es ein Gewinnspiel geben, ihr solltet am Wochenende nochmal rein schauen, dann wird es mehr Infos dazu geben - was ihr tun müsst, wer mitmachen kann und natürlich vor allen Dingen was es zu gewinnen gibt!

Vielen vielen Dank schon einmal für vier tolle Jahre und wir freuen uns auf die nächsten! :D

Habt einen schönen Tag <3


MEGGIE & IVY

Cover Monday #44 - Von der Nacht verzaubert

Eine Aktion von The emotional Life of Books


Diese Woche war es tatsächlich mal schwer. Nicht, weil ich nichts gefunden hätte, sondern weil ich eigentlich schon einen Kandidaten hätte, dann aber doch noch auf etwas anderes gestoßen bin. Und zwar auf dieses Cover hier:



Als Kate Merciers Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, zieht sie zusammen mit ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Jede versucht auf ihre eigene Weise, ihr altes Leben und ihre schmerzvollen Erinnerungen hinter sich zu lassen. Während Georgia sich in das Nachtleben stürzt, sucht Kate Zuflucht in ihren Büchern – bis sie eines Tages Vincent trifft, der es schafft, ihren Schutzpanzer zu durchbrechen. Bei Spaziergängen entlang der Seine und durch die spätsommerlichen Gassen von Paris beginnt Kate, sich in ihn zu verlieben – nur um kurze Zeit später zu erfahren, dass Vincent ein Revenant ist. Die Liebe der beiden steht unter einem schlechten Stern: Vincent und seine Freunde sind in einen jahrhundertealten Kampf gegen eine Gruppe rachsüchtiger Revenants verstrickt. Schnell begreift Kate, dass ihr Leben niemals wieder sicher sein wird, wenn sie ihrem Herzen folgt.

Die Story klingt wieder wie etwas, das vermutlich nicht ganz meinen Geschmack treffen würde, aber erstaunlicherweise haben genau diese Bücher oftmals die für mich schönsten Cover. Merkwürdig, oder? Das hier hat es mir jedenfalls so angetan, dass ich sogar meinen vorigen Kandidaten dafür verworfen hab!

Wie gefällt es euch? Mögt ihr gezeichnete Cover oder seid ihr mehr der Freund von realen Gegenständen, Landschaften und Personen?



HBR - Eoin Colfer - Der Tod ist ein bleibender Schaden




 Titel: Der Tod ist ein bleibender Schaden
 Reihe: Daniel McEvoy
 Autor: Eoin Colfer
 Genre: Krimi
 Verlag: Hörbuch Hamburg
 Laufzeit: 375 Minuten
 Preis: 19.99 €


Es hätte alles so schön werden können. Dan McEvoy, knallharter Türsteher und Exsoldat, hat soeben neue Haare transplantiert bekommen. Jetzt klappt‘s auch mit Connie, der heißen Hostess im verruchtesten Club von New Jersey. Doch dann wird Connie mit Loch im Kopf und mausetot aufgefunden. Die Bullen verdächtigen Dan. Der hat ausnahmsweise eine weiße Weste. Das kann er sogar beweisen. Und weil Dan ein Meister der Fettnäpfchen ist, geht dabei alles so richtig schön schief. Die Mafia hat‘s auf ihn abgesehen und fackelt ihm den teuren Haarschopf ab. Doch ob mit oder ohne Haare, Dan will Connies Mörder finden.

Von Ivy schon gelesen und für absolut super befunden, musste ich mich ja tatsächlich auch mal an Dan wagen. Allerdings habe ich mich dazu entschieden mit neben dem Spielen lieber das Hörbuch anzuhören. Das Cover ist leider nicht genau dem des Buches entsprechend, was ich ein Wenig schade finde, doch es hat natürlich noch den gleichen ganovenhaften Flair. Der Titel ist einladend und weckt die Neugierde, weil er einfach so abstrus ist. Ähnlich abstrus ist auch die ganze Geschichte hinter Daniel McEvoy, den alle nur Dan nennen.
Sein Leben ist eigentlich super. Er hat seine Lieblingsdame im verruchten Club von Cloisters und seit kurzem hat er endlich auch wieder eine wunderschöne Haarpracht auf seinem Kopf vorzuweisen. Doch dann ist Connie plötzlich tot und sein alter Freund Zebulon verschwunden, der irische Mafioso Mike Madden ist hinter ihm her und die korrupten Polizisten halten Dan für den Mörder der süßen Connie. Als wäre das nicht schon genug, denkt Dans Nachbarin auch noch, dass er ihr Ehemann sei, der lediglich sein Gedächtnis verloren habe. Klingt vollkommen abgefahren? Ist es auch, doch genau darauf baut Eoin Colfer mit seinem schwarzhumoristischem Kriminalroman, der wirklich jedwedes Klischee erfüllt.
Mich hat dabei weniger dieses auf die Spitze treiben jedweder Klischees gestört, als die Tatsache, mit welch durchaus scharfer Zunge geschrieben wurde. An einigen Stellen fehlte mir leider etwas das Niveau im sprachlichen Gebrauch. Das ist aber nur ein kleines Manko, weil man mit Dan einfach mitfiebern muss. Die Geschichte bleibt beständig spannend und actionreich und der Protagonist muss dabei einiges einstecken. Wenn man erkennt, dass Eoin Colfer die Geschichte eben so konzipiert hat, dass man absolut gar nichts ernst nehmen soll, so wie sich auch Dan selbst nicht ernst nimmt, dann ist "Der Tod ist ein bleibender Schaden" ein tolles Buch, das einen sowohl zum Mitfiebern, als auch zum Lachen bringt.
Der deutsche Schauspiel Peter Lohmeyer leiht Dan dabei seine Stimme, denn das Buch ist komplett aus der Sicht der Protagonisten erzählt. Zwischenzeitlich hätte ich mir etwas mehr Abwechslung im Einsatz seiner Stimme gewünscht und vielleicht ähnlich viel Elan, wie Colfer ihn bei der Bedienung von Klischees an den Tag gelegt hat, doch rundum kann man Lohmeyer gut zuhören und der Geschichte folgen.

Unterhaltsamer Hörspaß, der einen vom Pech verfolgten, dennoch großartigen Protagonisten durch ein absurdes Geflecht von Ereignissen führt. Zum Lachen und Mitfiebern geeignet und ein Muss für jeden Fan des schwarzen Humors.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥





HBR - Agatha Christie - Vier Frauen und ein Mord




 Titel: Vier Frauen und ein Mord
 Reihe: Hercule Poirot
 Autor: Agatha Christie
 Genre: Krimi
 Verlag: Hörverlag
 Laufzeit: 235 Minuten
 Preis: 6,95€


Mrs. McGinty ist tot. Ermordet in ihrem eigenen Haus. Der einzige Verdächtige? Ihr Untermieter James Bentley. Alle Beweise deuten auf ihn hin und er wird auch prompt wegen Mordes zum Tode veruteilt. Doch der zuständige Ermittler glaubt, dass der Falsche verurteilt wurde und beauftragt Hercule Poirot um weitere Nachforschungen. Der exzentrische Belgier begibt sich also trotz abgeschlossenem Prozess in das kleine, englische Dorf und auf Spurensuche. Und je tiefer er gräbt, desto mehr glaubt auch er, dass Raub nicht das eigentliche Motiv war. Mrs. McGinty musste sterben, weil sie es wusste. Aber was? Und vor allen Dingen: wem ist dieses Geheimnis ein Menschenleben wert?

Agatha Christie, die Queen of Crime, hat es mir schon lange angetan. Ich habe bei Weitem nicht alle ihre Kriminalromane gelesen und muss sogar einräumen, dass ich mit der so berühmt berüchtigten Miss Marple noch gar keine Berührungspunkte hatte. Wie das kommt? Nun ja, möglicherweise hat es mir ein gewisser, belgischer Detektiv deutlich mehr angetan.
Hercule Poirot ist exzentrisch, eigen- aber vor allen Dingen auch scharfsinnig, wenn es um das Beobachten von Zeugen und Tatverdächtigen, aber auch das Sammeln von Beweisen geht. Und er besitzt die nötige Kreativität, um seine Beobachtungen hinterher zur richtigen Schlussfolgerung zusammenzuführen. Schon beim Lesen macht es absoluten Spaß, den Belgier zu begleiten (der es sich verbittet, als Franzose bezeichnet zu werden), aber Oliver Kalkofe, der dieses Hörbuch liest, verleiht ihm und auch allen anderen Figuren in Mrs. McGintys kleinem Dörfchen einen ganz eigenen Charakter und Charme. Die Ermittlungen sind ziemlich klassisch. Langes Tappen im Dunkeln, viele Unterhaltungen und Befragungen zum und über den Fall und ich muss - wie so oft - gestehen, dass mir wieder die entscheidenden Details entgangen sind, die Hercule Poirot letzten Endes auf die richtige Spur führen. Details, bei denen ich mir hinterher nur an den Kopf fassen und sagen konnte: "Ja klar!". Und dabei kommt Agatha Christie ganz ohne den Trend zu immer blutigeren, immer grausameren Verbrechen aus und, was mir an Poirot immer mit am sympathischsten war, ohne einen Ermittler mittleren Alters mit einem Leben in Trümmern. Hier steht noch die gute alte Ermittlungsarbeit im Fokus, die detektivischen Recherchen, Zeugen und Beweise sind der Mittelpunkt, nicht das Privatleben des Ermittlers.

Für mich war es ein absolutes Vergnügen, Hercule Poirot auf diesem Fall zu begleiten, was neben meiner grundsätzlichen Neigung zu ihm ganz definitiv auch Oliver Kalkofe geschuldet ist, der einfach einen tollen Job gemacht hat. Vier Blümchen!


Aussehen: ♥♥♥
 Charaktere: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥♥♥




HBR - Lauren Beukes - Shining Girls




 Titel: Shining Girls
 Reihe: -
 Autor: Lauren Beukes
 Genre: Thriller
 Verlag: Der Audio Verlag
 Laufzeit: 386 Minuten
 Preis: 19,99€


Lee Harper ist ein kaltblütiger Serienmörder. Aber er tötet nicht wahllos, nein. Seine Opfer sind etwas ganz Besonderes. Er nennt sie seine "Shining Girls", weil sie für ihn leuchten. Mit Hilfe eines Hauses, das seine Türen in die Zukunft oder gar die Vergangenheit öffnen kann, verfolgt er seine Mädchen durch die Zeit, sucht sie als Kinder auf und verspricht ihnen, dass sie sich wieder treffen. Sie ahnen nicht, dass es eine Verabredung mit dem Tod bedeutet.
Doch Kirby hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Kirby hat überlebt. Und sie setzt jetzt alles daran, den Scheißkerl ausfindig zu machen, der ihr das angetan hat. Unterstützung erhält sie dabei von Dan, dem Journalisten, der damals über ihren Fall berichtete. Sie können nicht ahnen, auf welches Geheimnis sie stoßen werden...

Ein durch die Zeit reisender Serienmörder ist ziemlich schwer zu fassen - oder? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es dieser Aspekt war, der mich am meisten gereizt hat, als ich den Klappentext gelesen habe. Dazu die überwiegend begeisterten Rezensionen vieler anderer Leser/Hörer, was kann da noch schief gehen?
Leider eine Menge. Denn dass Harper fröhlich durch die Zeit springen kann nutzt er natürlich auch aus. Die Kapitel sind nicht einmal aus Kirbys Sicht irgendwie chronologisch geordnet. Roter Faden? Ausschließlich vage in ihren Kapiteln zu finden, wenn sie gemeinsam mit Dan auf der Jagd nach dem Mann ist, der sie überfallen hat. Ansonsten ist es eine Zusammenstückelung einzelner Handlungsfetzen, die zumindest für mich schwierig in eine richtige Abfolge zu bringen waren. Dazu kommt, dass Lauren Beukes zwar bemüht war auch den kurzlebigen Charakteren eine Persönlichkeit zu geben. Jedes der Shining Girls, auf die Harper trifft, ist nicht nur ein leerer Name, sondern ist von der Autorin mit einer eigenen Geschichte bedacht worden, die vielleicht nicht flächendeckend ausgebreitet wurde, aber eben doch vorhanden war. Der Ansatz war gut. Leider konnte ich weder zu den Shining Girls noch zu Harper oder Kirby irgendeinen Draht aufbauen. Klar, mit dem Mörder fühlt man nicht gerne mit, aber man möchte doch irgendwie seine Motive nachvollziehen können. Fehlanzeige. Auch Kirby war nicht besonders liebenswert, selbst wenn man in Rechnung stellt, dass sie eine Menge durchgemacht hat.
Zuletzt muss ich sagen, dass mich auch David Nathan nicht vom Hocker gerissen hat, obwohl ich seine Stimme sonst sehr angenehm und schön finde. Seine Art, Harper und Kirby zu lesen hat mir einfach nicht besonders gefallen, aber das ist vermutlich Geschmackssache.

Bei diesem Hörbuch und mir hat es einfach nicht gefunkt, respektive einfach nicht gestimmt, je nachdem wie man es betrachten will. Daher bekommt "Shining Girls" von mir bloß 2 Blümchen.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Charaktere: ♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥
 Sprecher/in: ♥♥♥




Gemeinsam Lesen #54 - Die Lügen des Locke Lamora

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

So, dann folgt auch endlich mal mein erstes Gemeinsam Lesen 2016 :) Auf geht's!


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



"Die Lügen des Locke Lamora" von Scott Lynch
Seite 630


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Doch wenn er nun von seiner Lagerstatt aufstand, fiel er nicht mehr hin; außerdem hatte er ein ganzes Pfund gebratene Würstchen verputzt und dazu einen halben, in Honig getunkten Brotlaib, denn am späten Nachmittag hatte Ibelius ihm Verpflegung gebracht.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)



Entschuldigt, aber das musste raus. Ich weiß nicht, wie ich das emotionale Trauma, das mir dieses Buch zugefügt hat, sonst ausdrücken soll, ohne Dinge zu sagen, die zu viel verraten.
Es ist mein zweites "Gemeinsam Lesen" für Locke und seine Kumpanen, ich nähere mich langsam, aber stetig dem Ende und auch wenn ich schon Rotz und Wasser geheult habe und der Autor mir jetzt glaube ich nichts mehr antun kann, was er mir nicht schon angetan hat - oh mein Gott ist es ein großartiges Buch. Die Welt, die Scott Lynch sich ausgedacht hat, ist so detailliert und interessant und wenn er eines raus hat, dann ist es Charakteren eine ausgesprochen charmante Art von Leben zu verleihen <3 
Ich bin zutiefst geknickt und traumatisiert von den letzten Ereignissen, aber dass ich gestern den zweiten Band gekauft habe (bei Meggie im Laden übrigens :D), sagt ja eigentlich alles aus, oder?


4. War euer erstes Buch 2016 ein guter Einstieg ins Lesejahr? Habt ihr euch ein Ziel für dieses Jahr gesetzt?
Das erste "fertige" Buch war dieses Jahr tatsächlich ein Hörbuch und zwar "Die letzte Spur" von Charlotte Link. Charlotte Link ist irgendwie so ein Name, mit dem hat man ständig zu tun, wenn man mit Büchern arbeitet. Super bekannt, viel gelesen - nur ich hatte noch überhaupt nichts von ihr in der Hand gehabt. Das musste ich dringend mal ändern und es hat mir auch ganz gut gefallen, auch wenn es schon ein bisschen älter war :)

Mein Ziel für 2016 sind übrigens 50 Bücher, wobei ich die Hörbücher davon gesondert zähle. Mal schauen ob das hinhaut! Hab mir mit Locke ja direkt mal einen Wälzer zum Anfang genommen, der mich jetzt ein bisschen Zeit kostet, dafür aber sehr sehr glücklich (und traurig) macht.

Was sind denn eure Ziele für 2016? Oder lest ihr einfach wild drauf los und guckt, was am Ende des Jahres unter dem Strich steht?





BR - Christian Linker - Dschihad Calling




 Titel: Dschihad Calling
 Reihe: -
 Autor: Christian Linker
 Genre: Roman
 Verlag: dtv
 Seitenzahl: 320 Seiten
 Preis: 12,99€








Eher beiläufig hatte ich mal im Internet gelesen, dass die Polizei mit Gefährderansprachen versuche, ausreisewillige Islamisten daran zu hindern, das Land Richtung Syrien oder Irak zu verlassen. Das war natürlich so abstrakt für mich gewesen, dass ich es niemals auf Adil und mich bezogen hätte. Bis zu diesem Morgen, an dem zwei Beamte vor unserer Tür standen und mir ihre Dienstausweise entgegenstreckten.

Jakob ist jung und unzufrieden in seinem Leben. Er hat sein Abitur gemacht und nachdem aus seinem Hilfseinsatz in Afrika nichts wurde, hat er sich in Bonn an der Uni für VWL eingeschrieben. Er wohnt bei seiner Freundin Liz, doch natürlich ist dieser Zustand nur etwas vorübergehendes, bis er eine eigene Wohnung gefunden hat. Sein Leben läuft gut und doch spürt Jakob diese innere Leere in seinem Herzen. Die Gesellschaft erwartet von ihm zu funktionieren, sein Studium abzuschließen und eine Familie zu gründen, doch was, wenn er gar nicht funktionieren will?
Alles ändert sich, als er eines Abends ein verschleiertes Mädchen vor ein paar Schlägern rettet. Sofort fallen ihm die blauen Augen auf, die ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Samira heißt sie, wie er auf der Homepage einer salafistischen Vereinigung erfährt. Der einzig wahre Weg, so nennen sie sich und weil Jakob glaubt Samira wiedersehen zu können, ruft er sie an und geht zu den Treffen der Glaubensgemeinschaft. Immer mehr scheint der Islam seine Leere zu füllen und seinem Leben einen neuen Sinn zu verleihen, doch dabei ahnt er nicht, in welch gefährliche Bahnen er mit seinen neuen Ansichten gerät und wie schnell aus Glaube Fanatismus werden kann.

Das Buch von Christian Linker befasst sich mit einer Thematik, die aktueller nicht sein könnte. Viele Aspekte der momentanen Situation auf der Welt finden einen Weg in die Geschichte von Jakob, die zugleich für eine ganze Generation von Jugendlichen steht, die sich leer und ohne Sinn sehen. Allein aus dem aktuellen Bezug und der Tatsache geschuldet, dass ich schon in einer Verlagsvorschau darauf gestoßen war, habe ich das Buch gelesen und bin nun tatsächlich sehr gemischter Ansichten.
Der Autor verfolgt einen schlüssigen Lebensverlauf eines Jungen, der sein Abitur gemacht hat und nun nicht genau weiß, wie es in seinem Leben weitergehen soll. Er sieht sich immer mehr der modernen Welt ausgeliefert, erkennt die Oberflächlichkeit, die in allem und jedem steckt. Selbst seine Beziehung scheint nicht mehr als eine Farce zu sein, beide Seiten verstecken sich hinter der Fassade des Glücklichseins, sind aber eher unglücklich mit einander und dem Leben, das sie führen. Erschreckend klar werden die Punkte, an denen die Prediger der Salafisten ansetzen und selbst ich konnte nachvollziehen, wieso Jakob sich plötzlich mit dem Islam identifizieren konnte. Das allein ist schließlich auch nichts schlechtes. Er wäre nicht der erste Mensch, der seine Erfüllung im Glauben findet. Was zuerst nur mit dem Besterben beginnt das Mädchen zu sehen, das ihn nicht mehr loslässt, wird für Jakob mehr und mehr zu einer Offenbarung und Bestimmung. Er beginnt sich ganz von selbst an die Gebote des Islams zu halten und es ist erschreckend wie leicht es auch einem selbst vielleicht fallen würde.
Die Geschichte wirkt zumindest auf mich gut recherchiert und inszeniert. Sie zeigt anschaulich was die Faszination des Islams für Jugendliche ausmacht und auch was hinter den Männern steckt, die nach Syrien gehen, um sich dem IS anzuschließen. Selbst im Glauben werden die Zweifel deutlich, wenn Adil aus Syrien vom Dschihad schreibt. Es bereitet eine Gänsehaut, wenn man darüber nachdenkt und die Worte aufnimmt.
Was das Buch für mich etwas schwierig gemacht hat, war der Schreibstil. Das Buch ist in drei Teile geteilt und wird immer wieder aus Jakobs Sicht und dann wieder durch das Tagebuch, das Adil in Syrien schreibt, erzählt. Einiges wird so vorweggenommen, doch das war für mich nicht das eigentliche Problem. Mir gefiel einfach die Wortwahl des Autors an vielen Stellen nicht. Es war hart und dreckig und manchmal für einen Geschmack unnötig umgangssprachlich. Vielleicht war das für den Autor der Weg sich einem so schweren und wichtigen Thema zu nähren und zu verdeutlichen, was die Faszination ausmacht und dass nicht jeder Muslim ein Islamist ist, doch mir fiel es dadurch unglaublich schwer das Buch flüssig zu lesen. Die Idee und auch die Geschichte sind angsteinflößend und hart und doch gut, weil sie das Thema so anschaulich darstellen, doch ob ein solcher Wortgebrauch in einem Jugendbuch wirklich sein muss bleibt zumindest für mich fraglich.

Dem derben Schreibstil verschuldet büßt das Werk von Christian Linker am Ende ein Blümchen ein, doch wer sich für dieses aktuelle Thema interessiert, der sollte das Buch unbedingt lesen, denn vielleicht öffnet es dem ein oder anderen tatsächlich die Augen.

Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥









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