Dienstag, 30. August 2016

Gemeinsam Lesen #74 - The Returned

 veranstaltet von: Schlunzenbücher

Guten Morgen :)

Diese Woche kommt mein Gemeinsam-Lesen-Post aus... +Akte X Musik+ ... Bielefeld. Ich bin diese Woche auf einem gewerkschaftspolitischen Seminar hier und nach dem ersten Tag gestern schon total begeistert. Allein dass ich ein Einzelzimmer mit eigenem Bad habe hat mich gestern fast wie ein kleines Mädchen quietschen lassen.
Aber jetzt dazu, worum es eigentlich geht. Was lese ich gerade?


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?


"The Returned" von Seth Patrick
Seite 347


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Da es immer noch keinen Storm gab, hatten Adéle und Chloé sämtliche Brettspiele ausgegraben, die sie finden konnten, und waren sie dann eins nach dem anderen durchgegangen. 

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, Zitat, was immer du willst!)
Vor einiger Zeit habe ich die französische Serie zu diesem Buch (obwohl ich ja gelernt habe, dass es aller Wahrscheinlichkeit nach eher das Buch zur Serie ist) gesehen. Allerdings nicht jede Folge, sodass ich immer ein paar Lücken in der Handlung hatte. Gefallen hat sie mir damals trotzdem sehr gut und als ich jetzt gesehen habe, dass ich die Handlungslücken auch durch ein Buch auffüllen kann, hab ich sofort zugegriffen.

Ich mag den Schreibstil und ich mag die Figuren, die ich auch schon in der Serie mochte :) es sind nicht mehr ganz 150 Seiten bis zum Showdown und ich bin gespannt wie sich alles am Ende zusammenfügt - denn diesmal war ich ja aufmerksam und hab alle Handlungsstränge verfolgt ;)

4. Haben Autoren bei dir Star-Charakter?
Nein, eigentlich nicht. Ich besuche zwar gerne mal eine Lesung und lasse mir dabei die Bücher signieren, aber ich würde zum Beispiel niemals 2 Stunden dafür anstehen. Oder eine irre weite Strecke dafür zurücklegen, um diesen oder jenen Autor mal live zu erleben.
Bislang hab ich mit allen Autoren, mit denen ich übers Internet oder aber auch mal persönlich in Kontakt gekommen bin sehr positive Erfahrungen gemacht, nämlich die, dass sie auch nur Menschen sind mit einem mehr oder minder ganz normalen Leben. Also nein, eigentlich betrachte ich sie eher nicht als Stars :)


Und jetzt muss ich auch schon los zum Frühstück! Ich wünsche euch einen wunderschönen Dienstag!

Liebe Grüße









Sonntag, 28. August 2016

BR - Eoin McNamee - Blau ist die Nacht




 Titel: Blau ist die Nacht
 Reihe: -
 Autor: Eoin McNamee
 Genre: Roman
 Verlag: dtv
 Seitenzahl: 272 Seiten
 Preis: 16,90€








"Nimm es, wie du willst, Harry. In dieser Angelegenheit hat sowieso der Pöbel das Sagen. Der Pöbel hat immer das Sagen." 
"Richter und Geschworene etwa nicht?" 
"Du bist ja ein richtiger Komiker, Harry. Wusste ich gar nicht. Dein Sinn für Humor ist mir bis jetzt entgangen."

Im Belfast der späten vierziger Jahre wird eine Katholikin brutal überfallen. Bevor sie ihren schweren Verletzungen erliegt, kann sie den Täter identifizieren: ein Protestant. Für Richter und Anwälte scheint klar zu sein, dass es in dem brodelnden Pulverfass, das Belfast zu jener Zeit ist, höchstens zu einem Schauprozess kommen wird. Doch für Staatsanwalt Lance Curran ein Mord ein Mord. Selten ist die Beweislage so eindeutig und er sieht nicht ein einen solchen für politisches Kalkül ungesühnt zu lassen. Damit bringt er viele Menschen, auch hohe Tiere, gegen sich auf. Jahre später wird seine Tochter Patricia ermordet. Zwar wird für diesen Mord jemand verurteilt, doch Harry Ferguson, seinerzeit Currans rechte Hand, glaubt, dass mehr dahinter steckt und rollt Jahre nach Patricias Tod alles noch einmal auf.

Eigentlich dachte ich, es ginge in diesem Buch primär um die Geschichte der Ermordung Patricia Currans, eine schreckliche Bluttat, die sich 1952 tatsächlich ereignet hat. Ian Hay Gordon wurde dafür verantwortlich gemacht und verurteilt, allerdings wurde sein Urteil Jahrzehnte später aufgehoben. Somit gilt der Fall Patricia Curran noch immer als ungelöst. Ungelöst bedeutet aber nicht, dass es nicht die wildesten Spekulationen gibt, bis zum heutigen Tag. Ungereimtheiten im Hinblick auf den Fund der Leiche und das Verhalten ihrer Familie haben Stimmen laut werden lassen, die mutmaßen es wäre ihre eigene Mutter gewesen, deren schwierige Beziehung zu Patricia ein offenes Geheimnis war. Wieder andere vermuten, dass es ein politischer Gegner ihres Vaters gewesen sein könnte, oder aber jemand, den Lancelot Curran ins Gefängnis gebracht hat.
Eoin McNamee hat sich dieses ungelösten Falles angenommen und ihn und all diese wilden Vermutungen in "Blau ist die Nacht" aufbereitet. Hierfür hat es aber nicht gereicht, dass er bloß Patricias Geschichte erzählt hat. McNamee fängt Jahre vor ihrer Ermordung an und zwar mit dem oben bereits erwähnten Prozess gegen den Mörder von Mary McGowan, mit dem Lance Curran sich ebenso viele Feinde gemacht wie er Bewunderer gewonnen hat. Zentrale Figur dieser Aufarbeitung der vergangenen Ereignisse ist Harry Ferguson, der zum Zeitpunkt des McGowan-Falls Currans rechte Hand war und auch Patricia nahe stand. Jahre danach lässt ihn ihr Tod noch immer nicht los und er versucht noch einmal alle Puzzleteilchen zusammen zu suchen und die Wahrheit ans Licht zu bringen.
Natürlich ist McNamees Lösung des Ganzen ähnlich allen Geschichten, die uns den wahren Jack the Ripper präsentieren wollen - nichts weiter als Spekulation. Aber McNamee hat ja auch einen Roman geschrieben und keinen Tatsachenbericht. Nach einem etwas verwirrenden Anfang habe ich schnell in die Geschichte hinein gefunden, nach und nach fügten sich die losen Enden zu einem Ganzen zusammen. Der Schreibstil, der mit wenigen Worten viel rüberzubringen weiß, hat mir sehr gut gefallen und passte perfekt in diese düstere, politisch-religiös wie emotional aufgeladene Geschichte.

"Blau ist die Nacht" hat mich als Urlaubslektüre nach Schottland begleitet und war trotz der atemberaubenden Landschaft draußen binnen weniger Tage regelrecht verschlungen. Ein kleines Manko bildete für mich der Einstieg in die Geschichte, der mich völlig verwirrt hat, aber das Gesamtbild ist trotzdem ein überaus positives. Deshalb gibt es von mir vier Blümchen.


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥









Freitag, 26. August 2016

Zitat #38 - Meinen Hass bekommt ihr nicht

Seit Freitagabend hatte ich den Gebrauch der Sprache praktisch verloren. Sätze mit mehr als drei Wörtern waren mir zu anstrengend. Die bloße Vorstellung, ich müsste Wörter aneinanderreihen, die die Frucht eines Gedankens wären, raubte mir alle Kraft. Ich war ohnehin nicht fähig zu denken.
("Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Antoine Leiris, Seite 52/53)

Mittwoch, 24. August 2016

Zitat #37 - The Returned

Das war doch kein Leben. Jeder musste arbeiten, es gab immer Schwierigkeiten, die man überwinden musste, um zu überleben - dauernd die gleichen Dinge, immer wieder, wie der Atem oder der Puls. Das war Essen und Schlafen für sie geworden: etwas, das erledigt werden musste, und ein Ende war nicht in Sicht. Aber alle anderen hatten die Momente zwischen der Arbeit: die Momente, die zählten, die Momente, für die sich das alles lohnte.
Das war es, was Leben ausmachte, dachte Julie. Die Momente dazwischen. Und sie hatte keine.
("The Returned" von Seth Patrick, Seite 34)

Montag, 22. August 2016

BR - David Pirie - Die Zeichen der Furcht




 Titel: Die Zeichen der Furcht
 Reihe: Aus den dunklen Anfängen von Sherlock Holmes #2
 Autor: David Pirie
 Genre: Historischer Krimi
 Verlag: Bastei Lübbe
 Seitenzahl: 463 Seiten
 Preis: 8,99€








ACHTUNG! TEIL 2 EINER REIHE! ENTHÄLT MÖGLICHERWEISE SPOILER ZUM VORANGEGANGENEN TEIL!

"Hast du schon mal darüber nachgedacht", sagte sie, während wir hinausblickten, "dass wir nie wissen woran wir uns erinnern werden? Jetzt glaube ich, dass ich mich an diesen Strand, das Häuschen und uns beide hier erinnern werde und an das, worüber wir gesprochen haben." Sie drehte sich um. "Und wie sich die Farbe des Sandes in deinen Augen spiegelt. Aber wer weiß? Vielleicht erinnere ich mich nur an das langweilige Buch, das ich gelesen habe, bevor du gekommen bist."

Arthur Conan Doyle bekommt eine weitere Aufmerksamkeit eines alten "Freundes" zugeschickt. Ein weiteres Paket, das ihn an seine Jugend erinnert, daran, wie er mit seinem Mentor Dr. Joseph Bell vor etlichen Jahren Kriminalfälle untersucht hat. Und dieses Paket erinnert ihn insbesondere an eine Reihe bizarrer Anschläge in den Bordellen Edinburghs. Nicht immer kommt jemand ernsthaft zu Schaden, aber jede einzelne Tat schrie Bell, Doyle und der Polizei geradezu ins Gesicht: Ich tue das hier einfach weil ich es kann! Während die Polizei von einem harmlosen Verrückten ausgeht, wissen Doyle und Bell es besser - und sie müssen den Mann in den Schatten schnell finden, denn er hat es auf Doyles Freundin Elsbeth abgesehen...

Endlich zurück in David Piries Schottland des auslaufenden 19. Jahrhunderts! Es war über ein Jahr her, beinahe anderthalb, dass Meggie und ich gemeinsam den ersten Band der Reihe gelesen haben. Jetzt haben wir uns, wieder zusammen, den zweiten vorgenommen und bereits nach wenigen Seiten war es für mich als würde ich nach Hause kommen und als hätte keine so lange Zeit zwischen meinem letzten Besuch bei Doyle und Bell gelegen.
Pirie versteht es noch immer im Stil der alten, großen Krimiklassiker zu schreiben. Die Atmosphäre nimmt gefangen und während im ersten Band noch häufig das Gefühl vorherrschte, dass der Autor lose Enden eingestreut hat, die zusammenzuführen man einfach noch gar keine Chance hat, hat man in diesem Teil tatsächlich einige davon wiedergefunden und gedacht: ach ja! Da war ja was! Viele Erinnerungen waren ein bisschen vage, aber Pirie nimmt einen da an der Hand und führt einen ganz natürlich und einfach wieder zurück in Doyles und Bells Welt, das hat mich total begeistert.
Schwieriger war all diese einzelnen und manchmal völlig zusammenhangslos erscheinenden Verbrechen irgendwie auf einen Nenner zu bringen. Mehr als einmal dominierte dann die Frage "Was machen sie denn jetzt da? Ich dachte sie untersuchen gerade etwas ganz anderes..." das Lesen und ich bin nicht ganz sicher, ob ich sagen kann, dass es am Ende alles einen runden Schluss findet.
Ín dieser Geschichte gibt es mehr Gefühl, denn wir erfahren endlich, wer Elsbeth ist und in welcher Verbindung Doyle zu ihr stand. Aber Doyle erfährt nicht nur Liebe, sondern auch Frustration, Resignation und Zorn, was ihn sogar dazu bringt sich für eine Weile von Bell zu distanzieren. Diese Kapitel waren ein wenig langwieriger zu lesen, denn man muss einfach sagen: das Buch lebt wie die Sherlock Holmes Romane einfach von der Dynamik des Duos Bell-Doyle. Langweilig war es trotzdem nicht, eigentlich zu keinem Zeitpunkt des Buches.

Für mich ist "Die Zeichen der Furcht" eine sehr gelungene Fortsetzung, die ohne sich verstecken zu müssen an den ersten Teil anknüpft und uns noch tiefer in die Hintergründe von Bell und Doyle führt. Vier sehr verdiente Blümchen!


Aussehen: ♥♥♥♥
 Spannung: ♥♥♥♥
 Schlüssigkeit: ♥♥♥♥
 Emotionale Tiefe: ♥♥♥
 Schreibstil: ♥♥♥♥♥








Samstag, 20. August 2016

Zitat #36 - Die Erlöser

"Wenn man zu dem Schluss gekommen ist, dass die Menschheit dem Untergang geweiht ist, wer kann es einem da verdenken, wenn man etwas nachhilft?", sagte Swift. "Dann lautet die Frage: Wie kann man eine ganze Spezies dazu bringen, sich selbst zu zerstören? Wie lässt sie sich am wirkungsvollsten vernichten? Durch Religion. Sie ist allerdings nur ein Instrument, und jedes Instrument kann richtig oder falsch eingesetzt werden. Dieses konkrete Instrument wurde bereits von unzähligen Führern für ihre Zwecke missbraucht. Furcht, Gehorsam, Opferbereitschaft und bedingungslose Gefolgschaft sind die Eigenschaften, die eine Religion hervorbringt, wenn man es darauf anlegt. Und das Beste daran ist, dass derjenige, der das tut, nichts Konkretes versprechen muss, denn die Belohnung erwartet einen erst nach dem Tod. Es ist alles eine Frage des Glaubens. Und der ist unerschütterlich."
("Die Erlöser" von Nick Cutter, Seite 164/165 (eBook))

Donnerstag, 18. August 2016

BR - Axel Krohn & Sören Sieg - Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!




 Titel: Ich bin eine Dame, Sie Arschloch!
 Reihe: -
 Autor: Axel Krohn & Sören Sieg
 Genre: Humor
 Verlag: Ullstein
 ISBN: 9783548374567
 Seitenzahl: 192 Seiten
 Preis: 8,99€









Wer kennt das nicht? Man sitzt im Bus oder der Bahn, steht vielleicht gerade beim Bäcker in der Schlange oder sitzt beim Friseur oder Arzt und wartet, dass jemand Zeit hat. Irgendwo gibt es immer diese Mitmenschen, die sich über Dinge unterhalten, die einen eigentlich nichts angehen. Und auch gar nicht interessieren. Aber sie reden so laut, dass man es trotzdem mitbekommt. Und auch das hat vermutlich jeder schon mal erlebt: manchmal kommen dabei so richtig skurrile Dinge heraus.

Axel Krohn und Sören Sieg haben einfach Mäuschen gespielt, auf der Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Geschäften, kurzum: überall im öffentlichen Leben. Die skurrilsten Dialoge haben sie in diesem Buch zusammen getragen, unterteilt in verschiedene Alltagskategorien, z.B. philosophische Glanzleistungen usw.
Eine wirklich witzige Idee, wie ich fand. Allein wenn ich manchmal darüber nachdenke jemand hört mir und meinen Freunden in der Bahn ernsthaft zu, wenn wir zum Beispiel über Rollenspiele quatschen oder eines unserer Fandoms, da kann ein Außenstehender sich nur an den Kopf fassen. Das Buch ist mit nicht ganz 200 Seiten nicht besonders dick und durch die Dialogform und natürlich auch den Inhalt dieser Dialoge sehr sehr kurzweilig und im wahrsten Sinne des Wortes ein Buch für zwischendurch. Leider bleibt es bei den allermeisten Dialogen bei einem müden Schmunzeln, wenn überhaupt. Wirklich gelacht habe ich eigentlich überhaupt nicht und hängen geblieben im Sinne des "Ich hab da was Lustiges gelesen"-Weitererzählens ist auch gar nichts. Bei manchen Dialogen war mir sogar nicht ganz klar, wie die überhaupt ihren Weg in diese Sammlung gefunden haben, also was die Autoren damit bezwecken wollten, weil sie einfach nur merkwürdig waren. Das mag bei einigen vielleicht auch die Absicht der Autoren gewesen sein, aber für mich hat das Buch nicht wirklich gehalten, was es versprochen hat oder viel mehr was ich erwartet habe.

"Ganz nett" für zwischendurch reicht dann eben leider doch nur für zwei Blümchen und ich bin nicht traurig drum, dass ich es nicht gekauft, sondern bloß ausgeliehen habe.


Aussehen: ♥♥
 Humor: ♥♥
 Schlüssigkeit: -
 Emotionale Tiefe: -
 Schreibstil: ♥♥♥









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