BR - Kerstin Gier - Rubinrot







 Gebundene Ausgabe
Erschienen: Januar 2009
Verlag: Arena
ISBN: 978-3401063348
Seitenzahl: 345
Preis: 15,99€
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Inhalt:
Seit Gwendolyn denken kann, wird ihre Cousine Charlotte auf den Tag vorbereitet, an dem sich zwischen ihrem 16. und 17. Geburtstag das Erbe der Familie bei ihr bemerkbar machen wird: In weiblicher Linie wird ein Zeitreise-Gen vererbt und Charlotte wurde schon vor langer Zeit durch niemand geringeren als Isaac Newton persönlich als die nächste Gen-Trägerin ermittelt. Aber plötzlich ist es Gwendolyn, die sich völlig unvorbereitet in einer anderen Zeit wiederfindet. Der Frust bei Charlotte und ihrer Mutter ist mindestens ebenso groß wie die Überforderung mit ihrer plötzlichen Aufgabe im Kreise einer Geheimloge bei Gwendolyn. Mit Hilfe eines anderen Zeitreisenden, Gideon de Villiers, den sie beim besten Willen nicht ausstehen kann, muss sie sich nun daran machen, eine alte Prophezeiung zu erfüllen und den Kreis der 12 Zeitreisenden zu schließen. Denn nur dann kann ihr wahres Geheimnis gelüftet werden.

Zum Buch:
"Rubinrot" hat für mich immer zu den Büchern gehört, denen ich mich aus Prinzip verweigert habe, so wie beispielsweise auch den Vampire Diaries oder, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, Shades of Grey. Ich mag es überhaupt nicht, wenn ein regelrechter Hype um ein Buch oder eine Reihe aufkommt und man mir Bildungslücken vorwirft, wenn ich sie nicht gelesen habe. Aber nachdem mir "Rubinrot" jetzt wiederholt von verschiedenen Seiten ans Herz gelegt worden ist und es zufällig in der Bücherei im Regal stand, habe ich mir ein Herz gefasst und es einfach mal ausgeliehen. Und was soll ich sagen, manchmal ist der Hype um ein Buch wohl doch gerechtfertigt...

Gerade bei Jugendbüchern stellt sich mir oft das Problem, dass ich schon die Protagonistin nicht ausstehen kann. Und auch wenn es dann "nur" 300-400 Seiten sind, wenn man mit der Hauptfigur nicht kann, dann sind einem auch diese 300-400 Seiten zu viel. Gwendolyn hat mich sehr positiv überrascht. Sie ist, wie man so schön sagen würde, ein bisschen unorganisiert und verpeilt, vielleicht auch ein wenig weltfremd, und rutscht damit in eine Geschichte rein, die eigentlich für eine andere bestimmt ist, nämlich ihre Cousine Charlotte. Während Charlotte ihr ganzes Leben lang darauf vorbereitet wurde, sich in anderen Zeiten zurecht zu finden - Fechtunterricht, Reiten, Sprachen und Geschichtslektionen inklusive -, steht Gwendolyn jetzt ein bisschen ratlos vor der ganzen Sache und weiß nicht recht, was man von ihr erwartet. Gideon, der wie Charlotte von kleinauf für seine Aufgabe ausgebildet wurde, bildet ein herrlich kontrolliertes Gegenstück zu Gwen. Und entgegen aller Erwartungen ist die kitschige Liebe-auf-den-ersten-Blick-Lovestory ausgeblieben - was ich dem Buch hoch anrechne. Denn letztlich drehen sich ein ganzer Haufen Jugendromane in erster Linie ausschließlich um die Liebesgeschichte und die übrige Handlung ist schmückendes, aber oft irgendwie nur seichtes Beiwerk. Das Gefühl ist bei mir in diesem Roman überhaupt nicht aufgekommen.

Die von Kerstin Gier verwendete Sprache ist einfach und flüssig zu lesen. Sie passt hervorragend zu einer Sechzehnjährigen Protagonistin. Dazu kommt natürlich auch, dass die Seiten ziemlich groß bedruckt und auch an sich recht dick sind. Wenn man einmal richtig drin ist, hat man das Gefühl durch das Buch zu gleiten wie ein Messer durch warme Butter.

Fazit:
Ich muss an dieser Stelle freimütig einräumen, dass meine Vorurteile gegenüber diesem Buch nach Strich und Faden widerlegt wurden. "Rubinrot" hat sich nicht als die befürchtete Zeitverschwendung entpuppt, sondern mir im Gegenteil beim Lesen eine Menge Freude bereitet. Ich werde in jedem Fall zusehen, dass ich den zweiten Band der Trilogie alsbald in die Hände bekomme. Vier überraschende, verdiente Blümchen für einen auch einfach überraschend guten Roman.

Aussehen: ♥♥♥♥♥ 
Charaktere: ♥♥♥♥ 
Spannung: ♥♥♥♥ 
Humor: ♥♥♥♥
Schlüssigkeit: ♥♥♥♥ 
Originalität: ♥♥♥♥ 
Emotionale Tiefe: ♥♥♥
Schreibstil: ♥♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥♥ 




Meggies Meinung zum Hörbuch


Zitat
"Kann er wirklich Gedanken lesen?" flüsterte ich.
"Der Lakai?" flüsterte Gideon zurück. "Ich hoffe nicht. Ich habe gerade gedacht, dass er aussieht wie ein Wiesel."
War das etwa ein Anflug von Humor? Mr-aus-dem-Weg-ich-bin-auf-einer-wichtigen-Zeitreise-Mission machte tatsächlich einen Scherz? Ich grinste rasch. (Immerhin sollte man so etwas positiv verstärken.)
   
Zum Hörbuch
Gehört habe ich schon oft von der Edelstein-Trilogie von Kerstin Gier, doch bisher hatte sich einfach nicht die Situation ergeben das Buch zu lesen. Als Ivy dann jetzt doch recht angetan von dem Buch war, musste ich doch auch gleich nachsehen ob man das Buch noch ausleihen konnte. In unserer schönen Onleihe hatte ich Glück und habe mir dann – bei dem Stapel an Büchern, die noch auf mich warten – lieber das Hörbuch ausgeliehen und mich damit auch sofort an die Weihnachtsgeschenke begeben. Irgendwas muss man ja schließlich beim Hören tun.
 
Das Cover finde ich recht hübsch, auch wenn Rosa nun nicht so meine Farbe ist und ein Rot in Richtung Rubin vielleicht besser gepasst hätte, finde ich doch die schwarzen, scherenschnittartigen Figuren einfallsreich gestaltet und ansprechend noch dazu.
Das Problem, das ich auch vor allem in den ganzen Dystopien habe, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist meist der Aufbau der Charaktere. Grundsätzlich haben die Protagonistinnen keine Eltern und schaffen aber trotzdem alles, sehen super aus und sind bei allen beliebt. Erfrischender Weise ist dies bei Rubinrot ganz anders. Auch wenn Gwendolyn typische Züge eines Jugendbuchprotagonsiten aufweist, ist sie trotzdem kaum als Alleskönnerin zu bezeichnen. Ihr bereiten die Geschehnisse mehr als nur Probleme und auch wenn sie natürlich naiv und weltfremd ist, macht sie gerade diese Eigenschaft auch wieder sympathisch. Auch bei den anderen Figuren verwendet die Autorin ausreichend Details und Informationen, um ihnen Leben einzuhauchen und ihnen glaubhafte Geschichten zu geben. Auch wenn natürlich die typische Liebesgeschichte zwischen Protagonist und Protagonistin nicht fehlen darf, fühlt man an dieser Stelle eher mit und es ist nicht von vorneherein schon offensichtlich wohin die ganze Sache mit der Liebe laufen wird. Gerade weil es ja auch eigentlich viel zu gefährlich ist.
Spannung wird bereits am Anfang aufgebaut, als plötzlich Gwendolyn diejenige ist, die in der Zeit reist und nicht ihre Cousine. Von da an nimmt die Handlung Fahrt auf und durchläuft Höhen und Tiefen und wird dabei nicht langweilig, denn wenn gerade einmal nichts Spannendes passiert, dann gibt es genug lustige Konversationen zwischen Gwendolyn und ihrer Freundin oder Gideon. Überhaupt ist die ganze Geschichte mit einer Menge Humor angereichert, der allerdings zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt oder fehl am Platz wirkt. Und auch trotz des Humors fiebert man natürlich mit Gwendolyn mit und ist zumindest zu Beginn auch genauso ratlos, was die ganze Sache mit dem Zeitreisen angeht. Die Autorin schafft es Fragen aufzuwerfen und die Spannung aufrecht zu erhalten, in dem nicht gleich offensichtlich wo die Handlung hinläuft. Im Gegenteil nutzt sie die vollen Möglichkeiten einer Trilogie aus und so erhält man auch nicht auf alle Fragen direkt eine Antwort.
Die Idee von Zeitreisenden finde ich ziemlich gut, auch wenn sich da natürlich Probleme ergeben, die eben eintreten wenn man sich mit einem solchen Thema befasst. Trotzdem gefällt mir die Idee eines Zirkels von Zeitreisenden und einer Verbindung der Mitglieder über die Zeit hinaus.
Der Schreibstil gefällt mir auch recht gut. Meist zwar das leichte Geschreibe, wie es eben in Jugendbüchern häufig zu finden ist und keine philosophischen Ausschweifungen, doch das passt ja so auch viel besser zur Protagonistin.
Auch die Hörbuchumsetzung fand ich recht gelungen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie wichtige Informationen herausgekürzt hätten und es war alles verständlich. Einzig die Beginne neuer Kapitel, die anscheinend mit Ausschnitten aus den Memoiren des Marquis eingeleitet wurden, hätte man vielleicht etwas besser abgrenzen können. Sie haben mich hin und wieder etwas verwirrt. Die Sprecherin fand ich passend und sie hat deutlich und langsam gelesen, dabei die wörtliche Rede hübsch durch Betonung hervorgehoben.
 
Fazit
Insgesamt eine hübsche Geschichte für Zwischendurch. Zu empfehlen für alle, die eine kleine Vorliebe für die Vergangenheit haben und bei Liebesgeschichten und Verschwörungen mitfiebern möchten.



Aussehen: ♥♥♥♥
Charaktere: ♥♥♥♥ 
Spannung: ♥♥♥♥ 
Humor: ♥♥♥♥
Schlüssigkeit: ♥♥♥
Originalität: ♥♥♥♥ 
Emotionale Tiefe: ♥♥♥
Schreibstil: ♥♥♥♥ 
Umsetzung: ♥♥♥♥

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